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Duisburg: „Mutter und Kind“ – eins von Lehmbrucks Lieblingsmotiven

Kunst im öffentlichen Raum : „Mutter und Kind“ – eins von Lehmbrucks Lieblingsmotiven

Sie verleitet uns anfangs oft zu erstaunten Fragen, mit der Zeit neigt sie zur Unauffälligkeit und scheint unserer Aufmerksamkeit zu entschwinden, weil ihr Anblick zur Normalität wird: Die „Kunst im öffentlichen Raum“.

Er ist „der“ Duisburger Künstler: der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, geboren in Meiderich. Unweit seines Geburtshauses steht auf der Von-der-Mark-Straße in der Nähe des Bahnhofs eines seiner Lieblingsmotive: „Mutter und Kind“. Dieser Spätguss stammt aus dem Jahr 1988, das Original der Bronzeplastik ist 1907 entstanden.

1881 wurde Wilhelm Lehmbruck als viertes Kind einer Bergarbeiterfamilie geboren. Von 1895 bis 1899 besuchte er auf Empfehlung seines Lehrers die Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. In den folgenden Jahren verdiente er sich seinen Lebensunterhalt mit der Ausführung dekorativer Vorlagen und Illustrationen wissenschaftlicher Werke.

Von 1901 bis 1906 studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie als Meisterschüler von Karl Janssen. Vier Jahre später siedelte Lehmbruck nach Paris um, wo er unter anderem die Bekanntschaft von Pablo Picasso machte. Sein wohl bekanntestes Werk „Die Kniende“ ist 1913 bei der Armory Show in New York, Chicago und Boston zu sehen.

Der Erste Weltkrieg – Lehmbruck hatte sich als Sanitäter in einem Berliner Kriegslazarett verpflichtet – erzeugte bei ihm schwere Depressionen. Er floh 1916 nach Zürich, wo er sich ein Atelier einrichtete. Nach dem Krieg ging er zurück nach Berlin und wurde zusammen mit Ernst Barlach, Käthe Kollwitz, Lovis Corinth und anderen zum Mitglied der Preußischen Akademie der Künste ernannt.

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Am 25. März 1919 nahm er sich aus Verzweiflung über seine anhaltenden Depressionen in seinem Atelier das Leben. 1937 diffamierten die Nationalsozialisten Lehmbruck als „entarteten Künstler“ und beschlagnahmten 116 seiner Werke aus deutschen Museen.