Tarifstreit im Einzelhandel Streik bei Ikea und Kaufland in Duisburg – Demo in der Innenstadt

Duisburg · In den nächsten Tagen wird gestreikt – bei Ikea in Duisburg, bei Kaufland und bei Edeka. In Duisburg gibt es dazu am Freitag Kundgebungen und Demonstrationen. Worauf die Kunden nun achten müssen.

Beschäftige im Einzelhandel legen am Freitag die Arbeit nieder, auch bei Ikea und Kaufland.

Beschäftige im Einzelhandel legen am Freitag die Arbeit nieder, auch bei Ikea und Kaufland.

Foto: dpa/Matthias Balk

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Bezirk Duisburg verschärft den Kampf um „existenzsichernde Einkommen“ im Handel, wie die Gewerkschaft jetzt ankündigte. Angesichts der bisher unzureichenden Vorschläge der Arbeitgeber, die lediglich Reallohnverluste in den Verhandlungen präsentiere, gingen die Beschäftigten in den Betrieben von Freitag, 18. bis Dienstag, 22. August, in den Streik, heißt es in einer Verdi-Mitteilung.

Die Streiks sollen eine ganze Reihe von Betriebe betreffen. Dazu gehören die Duisburger Kaufland-Filialen in Kasslerfeld, Walsum und Hamborn sowie Kaufland in Straelen und Geldern. Auch Ikea in Hamborn soll bestreikt werden. Das gilt auch für die Edeka-Standorte in Neudorf und Buchholz. Die Mitarbeitenden von Smyths Toys im Meidericher Mercator Center und von Thermo Fisher in Wesel sind nach Gewerkschaftsangaben in den nächsten Tagen ebenfalls im Streik-Modus.

Streikaktionen in der jüngsten Vergangenheit hatten stets dafür gesorgt, dass sich die Kunden der bestreikten Unternehmen unter Umständen auf längere Wartezeiten – zum Beispiel an den Kassen– einstellen mussten. Schließungen konnten dagegen vermieden werden. Die Auswirkungen der Streikaktionen hängen vor allem vom Organisationsgrad der Beschäftigten ab.

„Die Arbeitgeber haben bisher keinerlei ernstzunehmende Vorschläge vorgelegt, um den katastrophalen Auswirkungen der Preissteigerungen entgegenzuwirken. Anstatt die dringenden Bedürfnisse der Beschäftigten anzuerkennen, spielen die Arbeitgeber auf Zeit. Jetzt werden sie die Antwort direkt aus den Betrieben erhalten", erklärte Martin Petig, der Gewerkschaftssekretär für den Handel im Verdi-Bezirk Duisburg Niederrhein.

Die bisherigen Angebote der Arbeitgeber seien unzureichend: Eine Erhöhung von 150 Euro ab August 2023 (Teilzeitbeschäftigte anteilig, Auszubildende 50 Euro), eine Inflationsausgleichsprämie von 450 Euro im August (Teilzeitbeschäftigte anteilig, Auszubildende 150 Euro). Die angebotene Inflationsprämie könne mit bereits gezahlten Inflationsprämien verrechnet werden. Ein Mindeststundenentgelt von 13 Euro ab August, eine Erhöhung um 3,1 Prozent ab Mai 2024 (auch für Auszubildende).

Verdi hält diese Angebote für unzureichend, um den Beschäftigten im Handel gerecht zu werden. „Wir setzen uns weiterhin für eine dringend benötigte Gehalts- und Lohnerhöhung von 2,50 Euro pro Stunde ein. Zudem soll die Ausbildungsvergütung um 250 Euro erhöht werden“, so die Gewerkschaft. Die geforderte Laufzeit des Tarifvertrags beträgt zwölf Monate.

Ein weiterer entscheidender Punkt sei ein Mindeststundenentgelt von 13,50 Euro pro Stunde.

Die Tarifverhandlungen im Einzelhandel werden am Freitag, 25. August, fortgesetzt.

(mtm)