Duisburg: Mit Muskelkraft zum Weltrekord

Ruhrorter Hafenfest : Mit Muskelkraft zum Weltrekord

Im Rahmen des Ruhrorter Hafenfests soll ein Rekord fallen. 80 Schwimmer verschiedener Vereine sollen ein 350 Tonnen schweres Schiff durch das Hafenbecken ziehen.

Noch hält die Schweiz mit Luzern den Weltrekord in der Kategorie „Heaviest boat pulled by a team of swimmers“ im Guinness Buch der Rekorde. Doch das soll sich heute in einer Woche, am Samstag, 28. Juli, um 15 Uhr ändern. Dann nämlich will Duisburg im Rahmen des diesjährigen Ruhrorter Hafenfestes die Rekordmarke der Schweizer Schwimmer, die seinerzeit einen 330 Tonnen schweren Dampfer allein mit Muskelkraft gezogen hatten, knacken.

Es war der 14. September 2013 als Schwimmer der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft SLRG in weniger als fünf Minuten das Dampfschiff „Gallia“ hundert Meter weit auf dem Vierwaldstätter See gezogen hatten. Mit zwei Stundenkilometern stellten die 75 Frauen und Männer damals einen Weltrekord auf, den es bis dahin in der Geschichte der „Guinness World Records“ so noch nicht gegeben hatte.

„Was die Schweiz vor fünf Jahren vorgelegt hat, werden wir hier jetzt überbieten“, sagt selbstbewusst anlässlich einer eigens dazu vom Ruhrorter Bürgerverein einberufenen Pressekonferenz auf dem Museumschiff „Oscar Huber“ dessen Vorsitzender Dirk Grotstollen. Er als Ideengeber und der Bürgerverein als Initiator und Organisator der spektakulären Aktion sind nämlich der Meinung: „Das schaffen wir!“ Nun soll im Hafenmund ein etwa 350 Tonnen schweres Schiff gezogen werden.

Diese Aufgabe und Herausforderung angehen wollen, nachdem die technischen Details und organisatorischen Voraussetzungen jetzt geklärt sind, nun folgende Beteiligte: Da ist zunächst der Hafenkapitän Mario Adams von der Hafengesellschaft „Duisport“, der die Schifffahrt im Hafen regeln muss, während die Schwimmer im Wasser sind. Dann gibt es die Firma Hülskens, die das zu ziehende Schiff, die Motorklappschute MS 108, dafür zur Verfügung stellt. Dem Sachverständigenbüro Petermann wiederum obliegt die offizielle Überwachung des Weltrekordversuchs mit der Meldung an das Londoner Guinness-Büro. Und last but not least sind dann noch die Vereine „Amateur Schwimm-Club Duisburg (ASCD) mit dem „Duisburger Schwimmverein“ (DSV 98) und der „Duisburger Schwimm- und Sportclub“ (DSSC 09/20), die mit ihren Schwimmern die notwendige Muskelkraft aufzubringen haben, um den bestehenden Weltrekord zu überbieten.

70 Schwimmer, darunter zehn Frauen, zu denen auch die mehrfache Welt- und Europameisterin sowie Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Sommerspiele von 2004, Hannah Stockbauer, gehört, stellen die drei Duisburger Schwimmvereine. Da insgesamt aber rund 80 Schwimmer das Schiff ziehen sollen, sucht der Ruhrorter Bürgerverein noch Freiwillige. Diese können sich melden unter rbv-vorstand@ruhrort.de. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bürgerverein einen Wettbewerb zwischen verschiedenen Schwimmvereinen als neue Attraktion für das Hafenfest initiiert. Sieger wurde damals die Wasserballabteilung des ASCD. „Doch diesmal, im Rahmen des 25-jährigen Hafenfestjubiläums, soll es nicht gegeneinander gehen, sondern miteinander, um einen positiven Impuls für die Stadt, den Ruhrorter Stadtteil und das beliebte Hafenfest zu geben“, begründet Grotstollen die Absicht, den Weltrekordversuch anzugehen. Entscheidend für die Anerkennung des Weltrekordes sei aber nicht die benötigte Zeit des Rennens oder die Länge der Strecke oder die Anzahl der ziehenden Schwimmer, so Großstellen, sondern einzig und allein, ob sich das Schiff schwimmend durch Menschenkraft in Bewegung versetzen lässt und fährt oder nicht. Grotstollen: „Ungeachtet der großen Herausforderung glaube ich fest daran, dass wir einen neuen Weltrekord am kommenden Samstag aufstellen werden.“