Duisburg: Minister Laumann besucht die Werkkiste

Besuch aus der Politik: „Ein Zeichen für gute Arbeit“

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, hat der Duisburger Werkkiste einen Besuch abgestattet. Sein Fazit fiel sehr positiv aus.

Er kam mit in einer dunklen Limousine. Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, war am Donnerstagvormittag zu Gast bei der katholischen Jugendberufshilfe Duisburger Werkkiste in Bruckhausen. Der Minister machte sich in knapp zwei Stunden ein Bild von der Arbeit und den Hallen der Jugendberufshilfe, setzte sich an einen runden Tisch und sprach mit Mitarbeitern sowie Jugendlichen, die derzeit die Hilfe der Duisburger Werkkiste in Anspruch nehmen.

Das wohl wichtigste Standbein der Jugendberufshilfe ist die Berufsorientierung. Gleich zu Beginn der Tour erklärte Susanne Patzelt, Bereichsleiterin Berufsvorbereitung und Ausbildung der Duisburger Werkkiste, dem Minister die Vorzüge dieser Sparte. Dadurch, dass Jugendliche oder junge Erwachsene zum Beispiel die Arbeit in einer Fahrradwerkstatt kennenlernten, sei die Chance groß, in eine Ausbildung oder eine Arbeit kommen. „Sie erhalten bei uns eine zweite Chance“, sagte Patzelt. „Dann können sie hoffen, doch noch vermittelt zu werden, nachdem sie bereits einmal abgelehnt worden sind.“

Der Minister nahm sich Zeit, um mit dem Zweiradmechaniker-Meister Armin Dieckmann und seinen Lehrlingen Marko Durczak und Jana-Michelle Wolff zu sprechen. Dabei hob der Minister hervor, wie wichtig eine abgeschlossene Berufsausbildung heutzutage ist. Laumann, der selber nie studiert und sich dennoch bis zum Ministeramt hochgearbeitet hat, ist sich sicher: „In einer Maßnahme kann man nicht so gut lernen wie in einem echten Betrieb.“

Ein paar Meter weiter in der Werkstatt ließ sich Laumann die Herstellung einer dreidimensionalen Stadtkarte von Duisburg aus Holz erklären. Azubi Kevin Müller beschrieb seine Arbeit mit dem Material sehr detailgenau, was den Minister freute und gleich zu einem Vorschlag animierte. „Ich würde lieber Schreiner werden“, sagte er zu Müller, der vorher preisgab, lieber in der Sicherheitsbranche Fuß fassen zu wollen.

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Nach der Besichtigung der Werkstatt setzen sich verschiedene Vertreter der Kirche und der Arbeitswelt mit Laumann an einen Tisch. Dazu gehörten auch Astrid Neese, Chefin der Agentur für Arbeit Duisburg, und Werner Rous, Geschäftsführer vom jobcenter Duisburg. Zu Wort meldete sich allerdings vor allem Norbert Geier. Der Geschäftsführer der Duisburger Werkkiste wandte sich mit einigen Problemen an den Minister. „Manche Teilnehmer gehen nicht zur Berufsschule oder die Schule bekommt es nicht hin, 14 Stunden Unterricht pro Woche anzubieten.“ Laumann reagierte überrascht und sprach von einem schulinternen Problem, das wohl speziell in Duisburg vorhanden sei und an das zuständige Schulministerium weitergegeben werde.

Geier forderte, dass die Jugendlichen der Werkkiste noch häufiger Einblicke in Betriebe sammeln sollten. „Viele Jugendliche, die mit dem Betriebsalltag konfrontiert werden, brechen dann ihre Ausbildung ab“, nannte er den Grund für seinen Vorstoß. Deshalb seien Praktika sehr wichtig. Auch Geflüchtete sollten nach Meinung von Geier besser gefördert werden. „Es kann nicht sein, dass diese Menschen Berge von Papier abarbeiten müssen, bevor sie einen Beruf erlernen können.“ Einig waren sich alle Parteien in einem Punkt: Das primäre Ziel ist, dass Betroffene schnellstmöglich auf den Arbeits- oder Ausbildungsmarkt kommen.

Vor diesem Hintergrund sei die Werkkiste eine wichtige Anlaufstelle, sagte Laumann. „Die Werkkiste ist ein sehr engagierter und wertegebundener Träger mit einem facettenreichen Programm.“ Junge Menschen könnten dort ihre Berufswünsche kennenlernen und fördern. „Wir brauchen genau solche Strukturen, die dabei helfen, den Schritt von der Schule in die Berufsausbildung zu schaffen“, sagte Laumann. Denn es gebe einige Jugendliche, die das aus den verschiedensten Gründen nicht hinbekämen. Auch der Erfolg der Jugendberufshilfe ist beim Minister nicht unbemerkt geblieben. Die Werkkiste hätte zuletzt 80 junge Menschen in reguläre Stellen gebracht. „Das ist ein Zeichen für gute Arbeit.“

(jlu)
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