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Duisburg: Mercators Nachbarn verkaufen Bier

Jubiläumsbräu : Mercators Nachbarn verkaufen Bier

„Mercators Nachbarn“ haben sich vorgenommen, das 16. Jahrhundert in Duisburg lebendig werden zu lassen. Das geschieht nicht nur mit einer gestern geschalteten Homepage, sondern auch mit einem speziellen Jubiläumsbräu.

Stadtgeschichte kann spannend sein. Das wissen die Mitglieder einer bürgerschaftlchen Initiative, die sich nach dem bekanntesten (Wahl-)Duisburger überhaupt, Gerhard Mercator (1512 bis 1594), benannt hat. „Mercators Nachbarn“ wollen sich nicht nur auf ihren eigenen Zirkel beschränken, sondern dazu beitragen, auch anderen Leben, Kultur und Geschichte zu Mercators Zeit vermitteln. Und das soll nicht nur lehrreich, sondern darüber hinaus mit jeder Menge Humor geschehen.

Bislang hat die Initiative ihr Veranstaltungsprogramm nur auf Flyern gedruckt, die an passenden Orten auslagen oder verteilt wurden. Seit gestern tasten (und klicken) sich Mercators Nachbarn in die digitale Welt des Internets vor. Auf der brandneuen Homepage „www.mercatorsnachbarn.de“ bieten die Mitglieder Informationen über ihre nächsten Veranstaltungen, über das Leben und Werk von Gerhard Mercator oder auch über den Duisburg-Plan von Johann Corputius. Vorgestellt werden die Initiative selber und verschiedene Projekte, darunter der Aufbau des Mercatorhauses, das von Mercators Nachbarn unterstützt wird. Hingewiesen wird nicht zuletzt auf das selbst geschriebene Theaterstück über Gerhard Mercator, bei dem einige Mitglieder der Vereinigung mitspielen und dabei in historisch stilechten Gewändern auftreten.

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Um die Anschaffung dieser aufwändig hergestellten Gewänder zu finanzieren, wurde früher bereits Mercator-Bier und Corputius-Bier mit einem kleinen Spendenaufschlag verkauft. Jetzt gibt es ein neues Bier zu einem besonderen Anlass: Vor dem 450. Jubiläumsjahr der Mercator-Projektion im Jahr 2019 gibt es deshalb ab sofort ein Jubiläumsbräu zur Mercator-Projektion. Es heißt NAVIGATOR.

Mercators Nachbarn möchten mit diesem Jubiläumsbier die Erinnerung an die bahnbrechende Erfindung des Gelehrten hochhalten, der 1554 von Leiden nach Duisburg zog und fortan hier lebte. Von Claus Schneider und Gitta Hülsmann wurden die repräsentativen NAVIGATOR-Etiketten gestaltet, die vor wenigen Tagen in einer Neudorfer Gaststätte in präziser geometrischer Handarbeit auf die Flaschen geklebt wurden.

In seiner Werkstatt an der Oberstraße in Duisburg hatte Mercator eine völlig neuartig konstruierte Weltkarte vollendet. Im Jahr 1569 kam seine Karte heraus, zum Gebrauch für die Seefahrt: „ad usum navigantium“. Mit ihr konnten Seefahrer zum ersten Mal einen exakten Kompasskurs bestimmen. Die gewölbte Oberfläche der Erde wurde so auf das Papier projiziert, dass es jedem Nutzer dieser Karte mit einem geraden Strich möglich war, den richtigen Kurs zum Zielort zu bestimmen. Heutzutage ist das Konzept der „Mercator-Projektion“ nicht mehr nur für Seefahrer grundlegend, sondern in moderner Form (UTM) für sämtliche Navigationsgeräte im Auto, in Flugzeugen oder sogar bei Robotern auf dem Mars.

 Das Navigator-Bräu ist für 2,50 Euro pro Flasche zu kaufen. Das Navigator-Bräu ist im Mercator-Verlag in Ruhrort erhältlich und wird auf Veranstaltungen der Initiative ausgeschenkt. Weitere Verkaufsstelle wird das Kultur- und Stadthistorische Museum am Innenhafen. Am Sonntag, 9. September, 14 Uhr, bieten Mercators Nachbarn erstmalig das Bier auf dem Burgplatz zum Kauf an, wenn Historiker Jonas Krüning im Gewand des Johannes Corputius einen Vortrag zum Mercatorbrunnen hält.