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Duisburg: Mercator-Verlag und Buchladen ziehen auf die Bergiusstraße um

Mercator-Verlag und Buchladen : Von der Horst-Schimanski-Gasse auf die Bergiusstraße

Der Mercator-Verlag und der Mercator-Buchladen sind innerhalb Duisburgs umgezogen – bleiben aber im Stadtteil Ruhrort. Ein Gespräch mit den Inhaberinnen.

Seit 2017 sind der Mercator-Verlag und der Mercator-Buchladen in Duisburg-Ruhrort. Davor war der Verlag im Verlagshaus Wohlfahrth in der Duisburger Innenstadt untergebracht. Ende 2016 lösten die Schwestern Jutta und Susanne Nagels als neue Eigentümerinnen den Mercator-Verlag geschäftlich aus dem Verlagshaus von Frank Wohlfarth heraus und zogen nach Ruhrort auf die Dammstraße 25. Zusätzlich etablierten sie im gleichen Gebäude den Mercator-Buchladen, der über die Horst-Schimanski-Gasse zu erreichen war. Die Laufzeit des Mietvertrages dort wurde für die Geschwister Nagels auf fünf Jahre bis Mitte 2022 angelegt.

Seit 29. November haben Mercator-Verlag und -Buchladen nun eine neue Heimat in Ruhrort, nämlich die Bergiusstraße 18-20. Diese Adresse war 135 Jahre lang bis 2017 Standort des Ruhrorter Traditionsgeschäftes W. an der Heiden. Zuletzt hatte die damalige Inhaberin, Mieja Majer, das Ladenlokal als Schreibwarengeschäft betrieben, in dem es auch Bücher zu kaufen gab. Mittlerweile sind die Geschwister Nagels an ihrer neuen Wirkungsstätte „angekommen“, so dass sich für die RP die Gelegenheit ergab, mit ihnen ein Gespräch zu führen.

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Ihr Umzug von Verlag und Buchladen ist ein Umzug innerhalb Ruhrorts. Warum blieben Sie hier und zogen nicht woanders hin?

Susanne Nagels Wir wollten in Duisburg, mehr noch aber in Ruhrort bleiben, weil wir uns hier sehr wohl fühlen. Viele Duisburger Stadtteile haben ihre Buchhandlung. Das sollte auch in Ruhrort so bleiben. Außerdem passt eine Buchhandlung hervorragend ins Bild eines Kreativquartiers, das Ruhrort seit 2010 bekanntlich ist.

Jutta Nagels Als unsere Umzugsabsichten feststanden, haben wir auf Facebook einen Suchaufruf gestartet. Daraufhin meldete sich unter anderem der Bruder der Eigentümerin von der Immobilie Bergiusstraße 18-20. Und dann ging alles ganz schnell. Jetzt haben wir hier einen unbefristeten Mietvertrag.

Der Buchladen auf der Bergiusstraße ist größer als der auf der Dammstraße. Doch gilt das auch für die Räume des Verlages? Und war der Standort an der Hafenpromenade von der Lage her nicht interessanter?

Jutta Nagels Der Buchladen am Binnenhafen war ganze 22 Quadratmeter klein. Hier haben wir dagegen 80 Quadratmeter. In der Dammstraße war der Verlag auf der zweiten Etage gelegen, verteilt auf fünf Räume. Davon dienten zwei als Lager. Auf der Bergiusstraße haben wir an der Rückfront des Buchladens ein durch eine Tür und ein Fenster abgetrenntes Büro, das meine Schwester und ich für Verwaltungsarbeiten jeglicher Art nutzen. Lagerfläche für Bücher und anderes mehr, befindet sich nun im Keller, der groß und trocken ist. Zwar sind auch die Mietkosten hier niedriger, doch entscheidend für den Umzug waren letztlich die Größe des Ladens und die große Schaufensterfront.

Susanne Nagels Die Bergiusstraße ist eine verkehrsberuhigte Durchgangsstraße, auf der die Straßenbahnlinie 901 verkehrt. Fast unmittelbar vor unserer Buchhandlung ist eine Haltestelle. Mit anderen Worten: Hier kommen viel mehr Leute an unserem Buchladen vorbei, als unten am Hafen. Außerdem befindet sich die Aletta-Haniel-Gesamtschule direkt gegenüber. Deren Schülerschaft und das Kollegium waren damals Kunden bei W. an der Heiden in Sachen Schreib- und Schulbedarf.

Dann spielte der eventuelle Bau der sogenannten „Halle 2“ der Hafengesellschaft „Duisport“ auf der Mercatorinsel keine Rolle für Ihre Umzugsentscheidung?

Jutta Nagels Nein, auch wenn uns der imposante Ausblick vom zweiten Obergeschoss auf die wunderbare Landmarke „Rheinorange“ hier jetzt fehlt.

Mit dem Umzug innerhalb Ruhrorts kam zeitgleich die 30. Ausgabe vom Duisburger Jahrbuch für das Jahr 2022 heraus. Es ist aber zugleich auch die letzte seit ihrer Ersterscheinung 1993. Was ist der Grund dafür?

Susanne Nagels Seit dem Umzug vom Innenhafen in der City an den Binnenhafen nach Ruhrort sind wir im Großen und Ganzen ein Zwei-Frau-Betrieb. Ein solches Jahrbuch macht enorm viel Arbeit, sowohl was das Lektorat betrifft, als auch den Vertrieb.

Jutta Nagels Die Papierpreise sind in letzter Zeit ungemein gestiegen, ebenso auch alle anderen Kosten, die die Herausgabe eines solchen Jahrbuches mit sich bringt. Hinzu kamen sinkende Einnahmen, bedingt durch weniger Anzeigenkunden infolge von Corona, so dass das Projekt in dieser Form zukünftig nicht mehr zu stemmen ist.

Aber das Jahrbuch für den Kreis Wesel funktioniert doch auch. Was läuft denn dort anders als hier?

Jutta Nagels Das Jahrbuch für den Kreis Wesel 2022 ist der bereits 43. Jahrgang. Von Beginn an unterstützt der Kreis das Erscheinen des Jahrbuches, und zwar sowohl bei der Herstellung, als auch in der Finanzierung. Im Vergleich zum Duisburger Jahrbuch ist die Unterstützung seitens der Stadt Duisburg gleich Null.

Wird sich am Verlagsprogramm oder an der Bestückung des Buchladens jetzt etwas ändern?

Susanne Nagels Nein! Im Verlag bleibt es vorrangig bei den regionalen Themen Duisburg und Niederrhein. Allerdings haben wir vor Kurzem einen Freizeitführer Oberhausen herausgegeben. Im Buchladen sind, neben Belletristik und Krimis, Kinderbücher stark präsent, aber auch Kalender, Kochbücher und verschiedene Ratgeber. Und: Wir wollen uns hier auch wieder mit Veranstaltungen zu Wort melden. So soll es beispielsweise am 25. März 2022 Jahres im Rahmen der nächstjährigen Duisburger Akzente eine Lesung aus dem in unserem Verlag kürzlich erschienenen Buch „Affengitter-Bande“ hier im Mercator-Buchladen geben – vorausgesetzt natürlich, Corona lässt das zu.