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Duisburg: Mehr Streetworker für Suchtkranke in der neuen Kontaktstelle

Zwei Jahre sind gesichert : Mehr Streetworker für Suchtkranke in Duisburg

Die Kontaktstelle für Betroffene ist eröffnet worden. Man wolle helfen und die Szene nicht verdrängen, sagte OB Sören Link.

Nur wenige Meter sind es vom Schiffsmaskenbrunnen bis zur neuen Kontaktstelle „Streetwork Innenstadt“ an der Ecke Obermauerstraße/Gutenbergstraße. Sechs Streetworker – allesamt in Teilzeit tätig – sollen dort ein niederschwelliges Angebot mit Beratung und Hilfe betreuen. Die Aufgaben sind verteilt: Zwei kümmern sich um die Szene der Alkoholkranken in der Fußgängerzone, zwei um die Drogenszene im Kantpark, zwei um Wohnungslose – wobei es da auch Überschneidungen gibt. Es gibt auch einen Sanitärbereich mit Toiletten und Duschen.

Dita Gomfers und Mustafa Arslan, die Geschäftsführer des Suchthilfeverbundes als Träger der Einrichtung, sind froh über das neue Angebot. „Dahinter stecken zwei Jahre harte Arbeit“, so Arslan. Vorausgegangen waren Beschwerden der Einzelhändler rund um den Schiffsmaskenbrunnen über das aus ihrer Sicht geschäftsschädigende Verhalten der Alkoholkranken. Bekanntlich scheiterte die Stadt anschließend mit dem Versuch eines Alkoholverbots: Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte das Verbot als rechtswidrig angesehen. Oberbürgermeister Sören Link verwies darauf, dass es immer auch um die Hilfe für die Betroffenen gegangen sei: „Was wir nicht wollen, ist ein reines Verdrängen. Wir haben immer auch auf Hilfsangebote gesetzt.“ Dies soll nun mit der Kontaktstelle auch institutionalisiert werden. Dita Gomfers, Suchthilfe-Geschäftsführerin, freute sich darüber, dass die Einrichtung Sicherheit für die nächsten zwei Jahre biete. Es gehe schließlich nicht nur um akute, sondern auch um nachgehende Hilfe, zum Beispiel bei der Wohnungssuche für Obdachlose. Arslan appellierte an die Verantwortlichen, das Projekt nach seiner zweijährigen Erprobungsphase nicht wieder einzustellen, um kontinuierlich Hilfsangebote möglich zu machen. Gleichzeitig dankte er auch allen privaten Unterstützern, die das Vorhaben mit zusammen rund 30.0000 Euro erst möglich gemacht hatten – unter anderem auch die Volksbank, die Sparkasse und die Stadtwerke.

Udo Horvarth, Geschäftsführer des Diakoniewerks in Duisburg, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Kontaktstelle. „Sucht ist in unserer Gesellschaft kein Randproblem. Es gibt in Deutschland rund zwölf Millionen Raucher, sechs Millionen Alkoholkranke und 600.000 Konsumenten illegaler Drogen.“ Die Szene in der City soll aus etwa 80 Menschen bestehen. „Wir reden von chronisch kranken Menschen. Betroffen sind nicht nur sie selbst, sondern auch die Familie, Freunde oder Arbeitskollegen. Meist geht es um ganz dramatische persönliche Schicksale.“