1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Mehr als 2000 Aktivisten bilden Menschenkette in der Innenstadt

Aktion der „Seebrücke Duisburg“ : Eine Kette gegen das Sterben

Mehr als 2000 Aktivisten haben am Samstag mit einer 16 Kilometer langen Menschenkette in der Innenstadt auf das Sterben von Geflüchteten im Mittelmeer aufmerksam gemacht. Auch im Ausland gab es Aktionen. Unser Reporter hat die Demo beobachtet.

Am Samstag zog sich eine 16 Kilometer lange „Rettungskette für Menschenrechte“ durch die Stadt. Sie war Teil einer Kette, die von Norddeutschland über Österreich bis ans italienische Mittelmeer reichte. Um 12.15 Uhr galt die Menschenkette als geschlossen. Auf der Route durch Duisburg markierten rund 25 Teilketten entlang der Route von der Stadtgrenze Oberhausen bis zur Grenze nach Krefeld den Verlauf.

An den 25 „Hotspots“ fanden sich jeweils Menschen aus unterschiedlichen Hilfsorganisationen und Institutionen ein, aber auch jeder Bürger war eingeladen, sich zu beteiligen. Rund 2000 Duisburger Bürgern war es wichtig, „Hand in Hand“ die vom Verein „Rettungskette für Menschenrechte“ initiierte Aktion zu unterstützen, die vor Ort von der Hilfsorganisation „Seebrücke Duisburg“ organisiert wurde. Wegen der Corona-Krise waren die Teilnehmer aufgefordert, den Begriff „Hand in Hand“ nicht allzu wörtlich zu nehmen. Schals und Tücher sorgten deshalb für Distanz.

Insgesamt beteiligten sich mehr als 271 Organisationen aus Deutschland, Österreich und Italien daran, „das Sterben auf den Fluchtrouten wieder in das öffentliche Bewusstsein“ zu rücken. In Duisburg waren  Kirchengemeinden, Gewerkschaften, Flüchtlingsgruppierungen, Jugendorganisationen und viele andere beim Aktionstag dabei, in Duissern standen auch die „Omas gegen Rechts“ für die Rechte geflüchteter Menschen ein.

  • Eine Frau trägt bei einer Demonstration
    Aktion für Menschenrechte : Über 16 Kilometer lange Menschenkette führt durch Duisburg
  • Der Caritasverband hatte zu einem Vortrag
    Ratingen : Aktion und Vortrag zum Thema Menschenrechte
  • Kinder halten anlässlich des Weltkindertags 2020
    Düsseldorf, Duisburg, Köln : Aktionen zum Weltkindertag in NRW

An einigen der Ketten-Verknüpfungspunkte im gesamten Stadtgebiet wurde zudem ein kulturelles Programm geboten. So gab es am „Garten der Erinnerung“ und am DGB-Haus eine Ausstellung, Malaktionen und Straßenmusik. Am Lifesaver -Brunnen in der City hatte die Jugendbewegung „Fridays for Future“ einen „antirassistischen Denkraum“ unter der Überschrift „Grenzen überwinden“ installiert.

 Die Demonstranten wollten ein Zeichen setzen für mehr Menschlichkeit und gegen den Tod von Migranten im Mittelmeer.
Die Demonstranten wollten ein Zeichen setzen für mehr Menschlichkeit und gegen den Tod von Migranten im Mittelmeer. Foto: Norbert Prümen

Stark engagiert war auch die „Globus Gesamtschule“, wie Gerd Schwemm von der Seebrücke erwähnte. Die Schüler organisierten am Theater am Marientor Kindertheater, Straßenmusik und Tanzaktionen. Am Brückenplatz gab es einen Trommel-Workshop, die evangelische Kirchengemeinde Wanheim veranstaltete ein Quiz.

Zentraler Punkt des Aktionstages war der Platz vor dem Forum in der Innenstadt. Annegret Keller- Steegmann (“Art at Work“), die sich seit langem für zahlreiche kulturelle Flüchtlingsprojekte engagiert, hatte für ein abwechselungsreiches Programm gesorgt. So gab es Auftritte des „Allerwelt-Ensembles“, fetzige Musik aus Tansania und Tanzdarbietungen. Das Schließen der Menschenkette wurde von einem lautstarken „Trommeln für Menschenrechte“ begleitet.

 Mehrere Künstler begleiteten die Aktion in der Innenstadt musikalisch.
Mehrere Künstler begleiteten die Aktion in der Innenstadt musikalisch. Foto: Norbert Prümen

Der Duisburgerin Lena Heimann war es wichtig, mit ihrer Teilnahme Haltung zu zeigen: „Das ist eine positive Sache, man muss ein Zeichen setzen, lauter werden und sich den negativen Stimmen entgegen stellen.“ Lisa (27) und Anna (24) studieren an der Uni Duisburg-Essen. Ihre Meinung ist klar: „Man muss das Thema mehr in die Öffentlichkeit bringen, die Regierungen tun zu wenig. Gerade vor der Wahl ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen.“ Aus eigener Erfahrung aus der Arbeit mit Geflüchteten weisen sie auf einen weiteren Aspekt hin: „Viele der Menschen sind traumatisiert, da braucht es noch viel mehr Unterstützung.“