Interner Polizeibericht So lief die Messerattacke auf die Kinder in Duisburg-Marxloh ab

Duisburg · Ermittlungen der Polizei zeigen, wie brutal der Tatverdächtige vorgegangen ist. Wer ihn letztlich stoppte, welche Rolle ein Zeuge spielte und wieso das mögliche Motiv in Handy-Chats zu finden sein soll.

Fotos: Messer-Attacke auf Kinder in Duisburg-Marxloh – Täter gefasst
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Mann geht mit Messer auf Kinder in Duisburg-Marxloh los

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Foto: dpa/Christoph Reichwein

Die Ermittlungen der Polizei im Fall der Messerattacke auf zwei Kinder in Duisburg laufen weiter auf Hochtouren. Dabei waren zwei neun und zehn Jahre alte Schulkinder am Mittwoch in Duisburg nach Angaben der Ermittler schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei sollen sie außer Lebensgefahr sein. Festgenommen wurde ein 21-jähriger deutsch-bulgarischer Mann, der die beiden Schüler, die rumänischer Herkunft sein sollen, auf dem Heimweg angegriffen haben soll. Er ließ sich in Tatortnähe nach dem Vorfall widerstandslos festnehmen.

Nach Informationen unserer Redaktion aus informierten Kreisen soll die Tat wie folgt abgelaufen sein: Demnach verließ der Tatverdächtige zur Mittagszeit ein Wohngebäude an der Dahlstraße in Duisburg-Marxloh. Dort soll er bei seinem Vater gewesen sein. Draußen auf der Straße traf er dann auf das neunjährige Mädchen und den zehnjährigen Jungen, den Cousin des Mädchens. Den Ermittlungen zufolge soll er dabei ein Messer und einen Hammer in den Händen gehalten und zunächst das Mädchen attackiert und im Brustbereich verletzt haben. Anschließend soll er auch den Hals des Mädchens getroffen haben. Dann soll er den Jungen angegriffen und ihn an Händen und Kopf verletzt haben.

Ein Zeuge bemerkte den Angaben zufolge die Tat und schrie den Tatverdächtigen an, von dem Jungen abzulassen. Doch der Tatverdächtige soll sich dadurch nicht gestört gefühlt haben. Daraufhin soll der Zeuge eine Taschenlampe auf den Tatverdächtigen geworfen haben, worauf der 21-Jährige von dem Jungen abließ und versuchte, den Zeugen anzugreifen. Dieser soll dann in ein Wohnhaus geflüchtet sein.

Vater stoppt den Tatverdächtigen

Erst der 69-jährige Vater des Tatverdächtigen konnte ihn stoppen. Demnach soll er ihn an den Schultern gepackt und von dem Jungen wegzogen haben und ihm das Messer und den Hammer aus der Hand genommen haben. Der Vater soll seinen Sohn dann der Polizei am Tatort übergeben haben.

Währenddessen konnten die Opfer in die nahe gelegene Grundschule flüchten, wo sie erstversorgt wurden.

Der Vater soll der Polizei gesagt haben, dass sein Sohn ihm mitgeteilt habe, dass auf dessen Handy ein Chatverlauf zu finden sei, der seine Tat erklären würde.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg stufte die Tat als versuchten Mord ein. Bei der Polizei Duisburg ermittelt in dem Fall die „Mordkommission „Tiktok“. Demnach würden aktuell weder Hinweise auf eine politisch motivierte Tat noch auf Clan- oder Rockerbezüge bestehen.

Hinweis: Bei den Angaben handelt es sich um die bisherigen Ermittlungsergebnisse. Diese können sich während der Ermittlungen teils noch ändern.

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