Duisburg: Martina Ammann-Hilberath kritisiert Äußerungen Links im RP-Interview

Redet der Oberbürgermeister Duisburgs Probleme klein? : Linke: „OB malt ein rosarotes Bild“

Die Fraktion die Linke übt scharfe Kritik an den Äußerungen Sören Links im gestrigen RP-Interview.

Im Gespräch mit der Rheinischen Post habe Oberbürgermeister Link ein „rosarotes Bild über die Verhältnisse in der Stadt Duisburg“ gemalt. Das teilte die Partei am Freitag mit. „Herr Link weist der Stadt Duisburg aktuell einen Platz im Mittelfeld der ersten Liga zu und lobt die positive Entwicklung der Stadt. Zeitgleich werden wieder einmal Zahlen und Statistiken veröffentlicht, die diese Aussagen widerlegen“, meinte Llinken-Fraktionschefin Martina Ammann-Hilberath. Laut der aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft gehöre die Region Duisburg/Essen zu den Schlusslichtern mit Blick auf die Wirtschaft.

„Somit gehört Duisburg zu den schlechtesten drei Regionen von deutschlandweit 96 untersuchten Regionen“, so Ammann-Hilberath. „Wenn wir also bei der Fußballmetapher des Oberbürgermeisters bleiben möchten, spielen wir nicht im Mittelfeld der ersten Liga, sondern stehen auf einem Abstiegsplatz in der fünften Liga.“ Bei der Überschuldung privater Haushalte belege Duisburg den 394. von 401 Plätzen. „Der Oberbürgermeister lobt die gute Entwicklung der Arbeitslosen- und Beschäftigtenzahlen und vergisst, dass die Arbeitslosenquote trotz guter Konjunktur immer noch zweistellig ist“, so die Chefin der Linken weiter. Thyssenkrupp stelle den Fortbestand des Grobblechwerks in Hüttenheim mit über 800 Beschäftigten währenddessen gerade öffentlich in Frage.

Linken-Fraktionschefin Martina Ammann-Hilberath. Foto: Die LINKE

Außerdem erkläre der Oberbürgermeister, dass es in Duisburg ‚vergleichsweise viel bezahlbaren und guten Wohnraum‘ gibt. Dass in weniger als zehn Jahren mehr als ein Drittel aller Sozialwohnungen weggefallen ist und der bezahlbare Wohnraum oftmals in miserablem Zustand ist, scheint bei dieser Aussage keine Rolle zu spielen. „Wenn wir uns jetzt auch noch anschauen, dass in Duisburg über 250 Lehrerplätze nicht besetzt sind, fragt man sich schon, ob der Oberbürgermeister tatsächlich in der gleichen Stadt wohnt wie wir“, so Ammann-Hilberath wörtlich.

„Uns liegt überhaupt nichts daran, Duisburg in ein besonders negatives Licht zu rücken. Im Gegenteil. Wir sind überzeugt, dass Duisburg das Potenzial zu einer erstklassigen Stadt hat. Wir wissen auch, dass der Großteil der Probleme Duisburgs nicht hausgemacht ist, sondern den Ursprung in der verfehlten Bundes- und Landespolitik hat. Es ist allerdings völlig kontraproduktiv, Probleme klein zu reden oder zu verschweigen.“ Hier sei es die Verantwortung der Stadtspitze und der Politik, massiv Druck auf Landes- und Bundesebene auszuüben.

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