Duisburg: Mann mit Sturmhaube erschreckt Gottesdienstbesucher

Gäste hielten Handys für Handgranaten : Mann mit Sturmhaube erschreckt Gottesdienst-Besucher in Duisburg

Ein offenbar psychisch gestörter Mann hat mit einer Sturmhaube und zwei verdächtigen Gegenständen die Besucher eines Weihnachtsgottesdienstes in Duisburg zu Tode erschreckt. Einige Gäste dachten an ein Selbstmordattentat. Der Fall wurde erst jetzt bekannt.

Ein offenbar psychisch kranker Mann hat mit zwei Handys in den Händen und mit Totenkopf-Sturmhaube auf dem Kopf den Heiligabend-Gottesdienst in der Versöhnungskirche im Duisburger Stadtteil Großenbaum gestört und die Besucher dabei zum Teil zu Tode erschreckt. Zeugen berichten unserer Redaktion, sie haben an ein Selbstmordattentat denken müssen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, soll der 41-Jährige kurz nach Beginn des Gottesdienstes mit einer Totenkopfmaske vermummt in die voll besetzte Kirche getreten und nach vorne zum Altar gegangen sein. Einige Gäste hielten die beiden Handys in den Händen des Mannes in der halbdunklen Kirche für Handgranaten. Einige Gottesdienstbesucher verließen die Kirche daraufhin, andere brachen in Tränen aus.

Pfarrer Ernst Schmidt sagte gegenüber unserer Redaktion, dass er den Vorfall als Störung, aber nicht als Bedrohung empfunden habe. Er habe den vermummten Mann, der ihm bekannt war, erst spät bemerkt. Als er neben ihm stand, habe er ihm in scharfer Form gesagt, dass er den Gottesdienst verlassen solle. Das habe der Mann dann auch getan. Er habe es in der Situation für richtig gehalten, den Gottesdienst in gewohnter Form fortzusetzen. Er könne jetzt natürlich gut verstehen, dass sich einige Gottesdienstbesucher bedroht gefühlt hätten. In den Gottesdiensten nach Weihnachten habe er das in den Abkündigungen auch zur Sprache gebracht. Zusammen mit dem Presbyterium habe man entschieden, den Mann anzuzeigen. Auch wurde dem Mann offiziell Hausverbot erteilt. Eine objektive Bedrohung gehe von dem Mann nach Einschätzung des Pfarrers nicht aus.

Die Polizei bestätigte den Vorgang am Montag auf Nachfrage der Redaktion. „Wir sind etwa gegen 18 Uhr zur Kirche gerufen worden“, sagt Polizeisprecherin Stefanie Bersin. „Dabei stellte sich relativ schnell heraus, dass es sich bei dem 41-Jährigen um einen uns bekannten psychisch kranken Mann handelt.“ Die Polizei habe eine Gefährderansprache durchgeführt. „Dabei hat sich der Mann einsichtig gezeigt. Er hat dabei aus seiner Krankheit heraus argumentiert. Eine Gefährdungslage lag aus unserer Sicht nicht vor.“

Erst einige Tage nach dem Vorfall sei bei der Polizei eine Anzeige eingegangen. „Wir ermitteln in dem Fall wegen Störung der Religionsausübung“, sagt Bersin.