Themen
  1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Männer greifen nach Corona-Kontrolle Polizisten in Hamborn an

Fünf Beamte verletzt

Männer schlagen nach Corona-Kontrolle in Duisburg auf Polizisten ein

Blaulicht an einem Polizeiauto. Die Polizei Duisburg war am Donnerstagabend mit einem Großaufgebot im Einsatz. FOTO: dpa / Patrick Pleul

Duisburg Erneut sind im Duisburger Norden Polizisten angegriffen worden. Beamte kontrollierten am Donnerstagabend eine Gruppe Männer, die in einem Lokal zu nah aneinander saß – und wurden daraufhin attackiert. Mehrere Schaulustige mischten sich ein.

Die Gruppe saß gemeinsam an einem Tisch vor einem Lokal in Hamborn. Nach Ansicht der Polizeibeamten verstießen die Männer wegen der Nichteinhaltung des Mindestabstandsgebots gegen die Coronaschutzverordnung. Einer der Männer (22) weigerte sich, seinen Ausweis zu zeigen. Als die Polizisten ihn von der Gruppe wegführten, um seine Personalien festzustellen, versuchte er sich loszureißen. Ein 24-Jähriger kam ihm zu Hilfe und griff einen der Polizisten an: Er trat nach dem Beamten und schlug ihm von hinten mit der Faust gegen den Kopf.

Ein dritter Mann aus der Gruppe (45) mischte sich ebenfalls ein. Er ging mit geballten Fäusten auf einen weiteren Polizisten los, daraufhin setzte der Beamte Pfefferspray ein. Es entstand ein Gerangel; mit Unterstützung von hinzugerufenen Kollegen nahmen die Einsatzkräfte alle drei Männer zur Beruhigung fest. Im Verlauf des Einsatzes wurden insgesamt fünf Polizeibeamte verletzt. Drei von ihnen sind vorerst nicht dienstfähig.

Zwischenzeitlich waren bis zu 120 Schaulustige rund um den Hamborner Altmarkt versammelt. Etwa 25 Männer störten die polizeilichen Maßnahmen durch Drohungen und Beleidigungen. Die Beamten waren mit insgesamt 14 Fahrzeugen vor Ort, darunter auch Mannschaftswagen der Einsatzhundertschaft. Sie erteilten Platzverweise und schrieben Anzeigen, unter anderem wegen Widerstandes und tätlichen Angriffs.

Bereits vergangene Woche kam es im benachbarten Marxloh zu einem Angriff auf Polizeibeamte. Als Polizisten am Dienstag einen per Haftbefehl gesuchten 18-Jährigen festnehmen wollten, waren Anwohner hinzugekommen, die die Polizisten bedrängten. Gleichzeitig sammelten sich auf der Straße vor dem Haus, in der die Festnahme erfolgte, etwa 200 Menschen. Innenminister Herbert Reul kritisierte anschließend den Vorfall und bekräftigte, weiter an der Null-Toleranz-Strategie festhalten zu wollen.

(atrie)