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Duisburg: Loveparade: Dezernent Rabe nicht wiedergewählt

Loveparade-Katastrophe : Dezernent Wolfgang Rabe nicht wiedergewählt

Mehr als dreieinhalb Jahre nach der Loveparade-Katastrophe hat der Rat der Stadt Duisburg eine personalpolitische Konsequenz gezogen. Am Montag stimmte eine Mehrheit von 44 zu 22 Ratsmitgliedern gegen die Wiederwahl von Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe.

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) hatte den Ratsmitgliedern indirekt empfohlen, Rabe wegen der politischen Verantwortung für die Katastrophe nicht wiederzuwählen.

Die Stadtspitze, darunter Rabe als damaliger Leiter des Dezernats für Sicherheit und Recht, war nach der Katastrophe 2010 mit 21 Toten und Hunderten Verletzten in die Kritik geraten, das Technofestival gegen Sicherheitsbedenken durchgesetzt zu haben. Der damalige Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU), der stets jede Verantwortung von sich gewiesen hatte, war von den Bürgern abgewählt worden.

Rolle Rabes bleibt umstritten

Die Rolle Rabes, der als Gesamtkoordinator des Festes auftrat, blieb umstritten. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen ihn eingestellt. Er zählt - wie Sauerland - nicht zu den zehn Beschuldigten in einem möglichen Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Auch wenn Rabe keine juristische Schuld treffe, gehe es um politische und moralische Verantwortung, sagte Link nach der Anklageerhebung im Februar.

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Die Staatsanwaltschaft wirft den zehn Beschuldigten von Veranstalter und Stadt schwere Fehler bei Planung, Genehmigung und Überwachung von Sicherheitsauflagen vor. Das Gericht muss noch über die Zulassung der Anklage entscheiden.

(dpa)