Duisburg: Logport als Erfolgsgeschichte

Hafen : Logport: Erfolgsgarant seit 20 Jahren

Vor genau 20 Jahren begann in Rheinhausen mit Logport I eine Erfolgsgeschichte, die sich bis heute fortgesetzt hat. Heute sind rund 47.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Hafen abhängig. Gegen die Ansiedlung des Kraftwerks auf Logport VI regt sich Widerstand.

Wenn am 7. September der offizielle Startschuss für Logport VI in Walsum fällt, ist auch Zeit für einen Rückblick. Denn es ist nun mittlerweile 20 Jahre her, dass auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände in Rheinhausen eine Logistikdrehscheibe von mittlerweile internationaler Bedeutung entstand. „Wir haben im vergangenen Jahr 4,1 Millionen Standardcontainer umgeschlagen. Davon entfallen 1,4 Millionen, also etwa 35 Prozent, auf Logport I“, sagt Hafen-Chef Erich Staake. Mit diesem Umschlag liegt der weltgrößte Binnenhafen auf Rang 36 aller Häfen weltweit. „Das Ranking zeigt, dass Duisport als wichtigste logistische Drehscheibe Europas im Hinterland eine stabile Entwicklung im weltweiten Wettbewerb aufweist.“ Der Erfolg liegt nicht zuletzt darin begründet, dass die duisport-Gruppe einer der Vorreiter des Strukturwandels war. „Früher machte die Kohle zwei Drittel des Gesamtumschlags aus, jetzt sind es nicht einmal mehr 20 Prozent“, sagt Staake. Inzwischen verfügt der Hafen über ein großes Leistungsspektrum und ist mehr als nur eines der größten Verteilnetzwerke in ganz Europa. Insgesamt über 200 Kilometer Gleise im Hafen werden von der Hafen-Tochter Duisport rail befahren. Zu den logistischen Dienstleistungen gehört auch die Verpackungslogistik, die einen immer größeren Stellenwert einnimmt. „Wir verpacken inzwischen auch ganze Fertigungsanlagen für Fabriken. Unsere Kunden sind dabei namhafte Unternehmen wie Alstom, Linde oder Siemens“, so Staake.

Duisport ist über Tochterunternehmen und Beteiligungen in vielen europäischen Ländern, aber auch in Indien und China präsent. Die „Logport-Familie“ ist ein Markenzeichen für Duisburg und Umgebung. Inzwischen gibt es ein halbes Dutzend Logport-Standorte:

Logport I: Das etwa 265 Hektar (371 Fußballfelder) große Gelände auf dem ehemaligen Areal des Krupp-Stahlwerks in Rheinhausen ist 1998 an den Start gegangen und inzwischen vollständig vermarktet. Logport I verfügt über drei große Terminals. Vertreten sind hier auch die Großen der Branche wie Kühne+Nagel, DB Schenker, DHL oder NYK/Yusen Logistics. Hier arbeiten rund 5000 Menschen.

Logport II: Auf der anderen Rheinseite in Wanheim ist Audi seit 2006 auf 35 Hektar Fläche aktiv. Im Wege des CKD („Completely Knocked Down“-Verfahrens) werden hier Automobilkomponenten in die Audi-Werke in Übersee verschifft.

Logport III: Vor fünf Jahren startete der Betrieb auf dem 15 Hektar großen Gelände in Hohenbudberg in unmittelbarer Nähe zum Chemiepark in Uerdingen. Logport III dient der terminalintegrierten Werksversorgung des Chemieriesen.

Logport IV: Die 30 Hektar große Fläche in Kamp-Lintfort ging im Jahr 2014 an den Start. Von hier gibt es einen direkten Zubringer zur A 57.

Logport V: In Oberhausen entsteht auf 25 Hektar ein neues Zentrallager für Edeka. Es soll 2021 in Betrieb gehen.

Logport VI: Auf dem 40 Hektar großen ehemaligen Betriebsgelände der Papierfabrik Norske Skog in Walsum entsteht eine neue Logistikdrehscheibe. Unter anderem plant dort wie berichtet die STEAG-Tochter New Energies ein Biomassen-Kraftwerk auf der Basis von Altholz. Dagegen gibt es Bedenken: „Wir sehen die Planungen sehr kritisch. Wir wollen, dass die örtliche Bevölkerung nicht noch stärker durch Lärm, Verkehr und Dreck belastet wird. Irgendwann ist die Toleranzgrenze der Anwohner auch mal überschritten“, sagt SPD-Ratsherr Benedikt Falszewski, der zugleich Vorsitzender der Walsumer Sozialdemokraten ist. Noch kritischer ist die Walsumer CDU: Sie hat sich am Montag einstimmig gegen das Kraftwerk ausgesprochen. Sie will deshalb bereits in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 6. September den Antrag stellen, alle Planungen und Genehmigungen für das Kraftwerk einzustellen.

„Die bislang leider ohne Bebauungsplan stattfindende Entwicklung des Geländes bringt bereits in ihrer bekannten Form unterschiedlich starke Umwelt-, Verkehrs- und Lärmbelastungen für Walsum mit sich. Eine weitere Verschärfung der Situation vor Ort durch die Errichtung eines Holzkraftwerks ist dringlichst zu vermeiden“, so der Fraktionsvorsitzende der CDU Walsum, Sebastian Geßmann. Welche Probleme die Verbrennung von Altholz mit sich bringe, zeige eine vergleichbare Ansiedlung bei Neuwied in Rheinland-Pfalz. Hier klagten Anwohner seit Jahren über häufige Rauch- und Staubentwicklungen des benachbarten Altholzkraftwerks, welches nur halb so groß ist, wie das in Walsum geplante.

Unabhängig davon hat Duisport längst die Fühler nach weiteren Logistikflächen ausgestreckt. „Da geeignete Flächen in Duisburg und Umgebung langsam knapp werden, wollen wir uns nun verstärkt auf die Rheinschiene konzentrieren“, sagt Staake. So gibt es bereits ein Projekt in Lülsdorf bei Köln. Gemeinsam mit RWE Power kommt ein 53 Hektar großes Areal für ein neues Gewerbe- und Industriegebiet mit Containerterminal hinzu.