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Duisburg: Duisburg löscht der Pegida das Licht

Duisburg : Duisburg löscht der Pegida das Licht

An noch mehr Gebäuden in der Stadt sollen am Montagabend die Lichter ausgehen. Die Islamkritiker wollen sich nun auf dem Portsmouthplatz treffen. Die Grünen kritisieren, dass es mehrere Gegenveranstaltungen gibt.

Neben dem Theater und dem Stadtwerketurm wird auch der Landschaftspark Nord am Montag seine imposante Lichterkulisse verdunkeln; ebenso werden die Lichter am Rathaus sowie an der Marien- und Salvatorkirche ausgehen. Auch der Handel zeigt Flagge: Am Einkaufszentrum Forum wird die Beleuchtung der "Goldenen Treppe", die sonst weithin sichtbar in den Himmel ragt, ausgeschaltet. Und auch bei der Sparkasse am Kuhlenwall- Karree gehen symbolisch die Lichter aus. "Alle Institutionen, die ich heute angerufen habe, waren sofort dabei. Die Solidarität in Duisburg ist riesig. So ist Duisburg - unsere Stadt lassen wir nicht spalten", sagt Oberbürgermeister Sören Link.

Die Anti-Islam-Bewegung will am Montag nun nicht am Kuhtor, sondern auf dem Portsmouthplatz vor dem Hauptbahnhof demonstrieren. Das teilte Pegida NRW im sozialen Netzwerk Facebook mit. Dieser Wunsch sei geäußert worden, aber die endgültigen Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte Polizeisprecherin Daniela Krasch auf Anfrage. Die Gespräche liefen noch, heute will die Polizei nähere Details bekanntgeben.

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Das "Duisburger Netzwerk gegen Rechts", das bei der Polizei eine Gegendemonstration mit 100 Teilnehmern angemeldet hat, regierte umgehend auf die Änderung. "Pegida hat den Ort ihres Aufmarsches geändert. Da wir nicht nur demonstrieren, sondern die Islamhasser und Rassisten möglichst effektiv stören wollen, tun wir das Gleiche! Wir treffen uns am Duisburger Hbf um 17:30 Uhr!!", schreiben die Aktivisten auf ihrer Facebookseite. Ob dies dann tatsächlich so sein wird, auch das entscheidet die Polizei; deren Bestreben ist es generell immer, Demonstranten und Gegendemonstranten auf Distanz zu halten.

Die "Initiative gegen Duisburger Zustände", die 200 Teilnehmer angemeldet hat, verteilte gestern Flugblätter und kündigte darauf an, man wolle sich ab 17.30 Uhr am Lifesaver-Brunnen auf der Königstraße versammeln. Die größte Protestveranstaltung gegen die Islamkritiker wird es vor dem Stadttheater geben. Bereits am Mittwoch riefen das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) für 18.30 Uhr zu einer Kundgebung auf, die mittlerweile von über 30 Duisburger Organisationen, Parteien und Verbänden unterstützt und von Oberbürgermeister Link angeführt wird. Auch NRW-Innenminister Ralf Jäger hat sein Kommen zugesagt. Angemeldet sind 1000 Teilnehmer.

CDU, SPD und Linke hatten bereits am Mittwoch zur Teilnahme an den Protesten aufgerufen. Gestern meldeten sich auch die Grünen zu Wort. Sie wollen sowohl vor dem Hauptbahnhof, als auch vor dem Theater Flagge zeigen. Sprecher Matthias Schneider kritisiert aber auch, dass es nicht zu einem gemeinsamen Aufruf gekommen ist: "Für die Zukunft müssen wir noch näher zusammenstehen. Diejenigen, die den antifaschistischen Kampf und den Kampf gegen rechte Aufmärsche als Initiativen führen, sollten zusammen mit denjenigen auftreten, die die Auseinandersetzung von einem anderen Blickpunkt organisieren: für Demokratie und Toleranz. Es ist der gleiche Kampf. Der Kampf für die offene und demokratische Gesellschaft."

Pegida NRW hat für ihre Kundgebung 500 Teilnehmer angemeldet. Wie viele tatsächlich kommen, ist nicht absehbar. Bei der Demo in Köln am Mittwoch waren nach Polizeiangaben 300 Pegida-Anhänger angemeldet, am Ende kamen nur 150; ihnen entgegen traten rund 6500 Gegendemonstranten. In Düsseldorf protestierten am Montag laut Polizei rund 5000 Bürger gegen "Dügida". An dem Protestzug des Düsseldorfer Pegida-Ablegers waren 350 Anhänger beteiligt, angemeldet waren 500 bis 700.

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(RP)