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Duisburg: Linke kritisieren Lamya Kaddor für Ablehnung von Rot-Rot-Grün

Nach RP-Interview zur Bundestagswahl : Duisburger Linke kritisieren Lamya Kaddor

Dass sich die Grünen-Bundestagskandidatin eher ein Jamaika-Bündnis mit CDU und FDP als mit seiner Partei vorstellen kann, stößt bei Linken-Landessprecher Christian Leye auf scharfe Kritik.

Es war nur eine kurze Frage, die letzte des „Triells“ unserer Redaktion zwischen den Kandidaten von SPD, CDU und Grünen für den Bundestagswahlkreis Duisburg I. „Rot-Rot-Grün oder Jamaika?“, wollten wir von der Grünen-Kandidatin Lamya Kaddor wissen. Kaddors Antwort sorgte bei der politischen Konkurrenz hingegen für so viel Aufsehen, dass die Duisburger Linke eigens eine Pressemitteilung dazu verschickte.

„Auf die Frage (...) hat sich Lamya Kaddor ausdrücklich für ein Bündnis mit der CDU und der FDP statt mit der SPD und der Linken ausgesprochen, wenn es für Rot-Grün nicht reicht“, schreibt die Partei darin. Und zitiert weiter Kaddors Antwort auf die Frage, ob sie bei Rot-Rot-Grün nicht mehr Themen durchbekommen würde. „Wahrscheinlich schon, aber mich hat die außenpolitische Linie der Linken zu Afghanistan doch ziemlich ins Grübeln gebracht, was das betrifft.“

Linke-Landessprecher Christian Leye, der selbst im Wahlkreis Duisburg II für den Bundestag kandidiert, kritisiert die Antworten Kaddors. „Die Grünen wissen genau, dass sie Klimaschutz und andere Teile ihres Wahlprogramms am besten mit der Linken umsetzen können“, lässt sich Leye zitieren. „Aber an der krachend gescheiterten Kriegspolitik festzuhalten, ist ihnen dann doch so wichtig, dass sie lieber mit CDU und FDP regieren wollen. Ausgerechnet mit der CDU, die den Klimaschutz seit Jahren aktiv bekämpft. Und mit der neoliberalen FDP, die die Umsetzung auch vieler sozialer Forderungen bereits kategorisch ausgeschlossen hat. Klarer können die Grünen vor der Wahl gar nicht sagen, dass sie die eigenen Wahlversprechen nicht so ernst nehmen.“

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Wenig überraschend sieht Leye mehr soziale Gerechtigkeit für das Land nur dann, wenn die Linke bei der Wahl ein starkes Ergebnis erzielt. Und er verteidigt die Haltung der Partei zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr: „Nach 20 Jahren Afghanistan-Krieg (...) müssen die Grünen und die SPD erklären, wieso sie damit weitermachen wollen.“

(mlat)