Duisburg: Legionellen-Fall im Albert-Einstein-Gymnasium in Rumeln-Kaldenhausen

Krankheitserreger in Duisburg: Legionellen in Rumelner Gymnasium

Die Dreifach-Sporthalle des Albert-Einstein-Gymnasiums in Rumeln-Kaldenhausen ist seit einigen Tagen schlossen. In zwei Duschräumen wurde eine erhöhte Konzentration von Legionellen gemessen.

Beim Sportfest in der vergangenen Woche waren die Schüler des Gymnasiums noch draußen beziehungsweise an der Beachvolleyball-Anlage am Hallenbad Toeppersee. Die Dreifach-Sporthalle, die nach einer Komplett-Sanierung in neuem Glanz erstrahlte, ist dagegen erst einmal geschlossen.

Grund ist eine erhöhte Legionellenkonzentration in den Duschräumen 1 und 3, die seit dem vergangenen Donnerstag bekannt ist. Am selben Tag seien die Duschräume gesperrt worden, teilte die Stadt auf Anfrage der Redaktion mit. Alle Nutzer seien durch das zuständige städtische Immobilien Management Duisburg (IMD) informiert worden, hieß es weiter. Das IMD prüft zurzeit die genaue Ursache für den erhöhten Keimbefall.

„Legionellen sind in allen Oberflächengewässern vorhanden“, erläutert Dr. Barbara Nieters vom Duisburger Gesundheitsamt. Sie sind daher erst einmal etwas völlig Normales - es sei denn, ihre Konzentration ist zu hoch. Wie eben jetzt am Albert-Einstein-Gymnasium an der Schulallee in Rumeln-Kaldenhausen. „Legionellen können unter ungünstigen Umständen eine Lungenentzündung auslösen. Dafür sind natürlich besonders immungeschwächte Menschen wie Senioren, kleine Kinder oder anderweitig Erkrankte anfällig“, so die Expertin. Behandelt werden solche Fälle mit einem speziellen Antibiotikum. Auch die Gabe eines Breitbandantibiotikums kann helfen, ist aber bekanntlich medizinisch umstritten, weil sich damit schnell Resistenzen entwickeln können. Die Bakterien fühlen sich besonders in zentralen Warmwasserspeichern wohl. „Ihre Wohlfühltemperatur liegt zwischen 25 und 45 Grad“, sagt Barbara Nieters.

Unser Trinkwasser ist grundsätzlich nicht steril, sollte aber möglichst legionellenfrei sein. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Schwimmbädern gibt es jährliche Kontrollen, wenn eine entsprechend große Trinkwassererwärmung vorhanden ist. Dies schreibt die Trinkwasserverordnung vor.

Basis für ein weitere Vorgehen ist der sogenannte „Maßnahmewert“: Werden mehr als 100 Legionellen pro 100 Milliliter Wasser gemessen, muss etwas getan werden. Die Ursachen sind häufig zu niedrige Temperaturen im Wasserspeicher. „Ist das Wasser im Speicher 60 Grad heiß, können sich Legionellen nicht vermehren“, sagt Barbara Nieters. Ein anderer Gefahrenpunkt sind schlecht isolierte Rohre, in denen das zunächst heiße Wasser zu sehr abkühlt. Um für Abhilfe sorgen zu können, muss zuallererst herausgefunden werden, an welcher Stelle die Keime entstehen.

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Dann wird am besten eine „thermische Desinfektion“ vorgenommen: Alle Leitungen, von Armatur zu Armatur, werden mit 70 Grad heißem Wasser gespült. Dazu braucht man keine Chemie und kein Chlor. Weil es hier aber schnell zu Verbrühungen oder geplatzten Rohren kommen kann, sollte dies ein Fachmann machen.

Wie es jetzt weitergeht und wann die Sporthalle wieder freigegeben werden kann, hängt vom Ergebnis der Analyse ab. „Aktuell wird die Wasserversorgungsanlage vor Ort überprüft. Danach werden auf dieser Grundlage geeignete Maßnahmen durchgeführt“, heißt es seitens der Stadt.

Im Anschluss an die Reinigung werde eine erneute Untersuchung durchgeführt, um den Sanierungserfolg zu überprüfen. Erst wenn das Ergebnis der Analyse negativ ist, werde die Anlage wieder freigegeben. Wann das sein wird und wie teuer die Sanierung ist, lässt sich noch nicht sagen.

Die Schulleitung des Gymnasiums war am Dienstag zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

(mtm)