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Duisburg: Lauter Big Beautiful Buildings

Liebfrauenkirche: Big Beautiful Building : Liebfrauenkirche: Schau der Big Beautiful Buildings

Am Abend wird in der Liebfrauenkirche eine Ausstellung über „Schöne große Gebäude“ eröffnet. Die Kirche trägt fortan auch dieses Prädikat.

Kirchen, Schlösser und Fachwerkhäuser gelten heute unbestritten als Baudenkmale. Wie aber wird der Wert von Großwohnsiedlungen, Einkaufszentren oder Campus-Universitäten beurteilt? Zwei Drittel des Gebäudebestands in Deutschland wurde zwischen 1949 und 2000 errichtet, mehr als die Hälfte davon bis 1980. Die häufig als „Betonklötze“ geschmähten Bauten der Nachkriegszeit sind inzwischen Zeugnisse einer abgeschlossenen Epoche. Als solche nimmt sie die Denkmalpflege in vielen europäischen Ländern seit gut zwei Jahrzehnten immer mehr in den Blick. Das ist jetzt das Thema der Ausstellung „BIG HERITAGE – Welche Denkmale welcher Moderne?“, die jetzt noch bis zum 26. September in der Liebfrauenkirche am König-Heinrich-Platz läuft. Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Veranstaltung des Forschungsverbundes „Welche Denkmale welcher Moderne?“ und des Bundes Deutscher Architekten (BDA) Rechter Niederrhein im Rahmen der Kampagne „Big Beautiful Buildings“ der StadtBauKultur NRW und der Technischen Universität Dortmund zum Europäischen Kulturerbejahr 2018. Die Schau präsentiert 40 Beispiele von Großbauten der 1950er bis -70er Jahre aus ganz Europa, West wie Ost, mit einem Schwerpunkt auf dem Ruhrgebiet. Die Abbildungen und Texte zeigen die unterschiedliche Qualität und Geschichte dieser Gebäude. Die Bandbreite reicht dabei von den umstrittenen Hochhäusern „Weiße Riesen“ in Duisburg-Homberg, die im kommenden Jahr abgerissen werden, bis zu der beliebten Großsiedlung Lazdynai in Duisburgs litauischer Partnerstadt Vilnius.

Eröffnet wird die sehenswerte Ausstellung am heutigen Donnerstag, 30. August, um 18 Uhr. In diesem Rahmen erhält die Liebfrauenkirche den für das Kulturerbejahr gültigen Titel „Big Beautiful Building“, als viertes Beispiel in Duisburg nach dem Lehmbruck-Museum, dem City Wohnpark Hochfeld und der ehemaligen Kirche St. Barbara in Rheinhausen. Es handelt sich dabei weder um einen Architekturpreis noch um eine Denkmalschutz-Auszeichnung, sondern um ein symbolisches Label, das zum Nachdenken anregen soll. Geöffnet ist die Schau dann bei freiem Eintritt täglich außer montags, jeweils von 13 bis 18 Uhr.