Duisburg: Landschaftspark als Kulisse für „Babylon Berlin“

Erfolgreiche ARD-Serie : Landschaftspark als Kulisse für „Babylon Berlin“

Mehrere Sequenzen der Serie wurden in Duisburg gedreht. Regisseur Tom Tykwer war hellauf begeistert vom ehemaligen Hüttenwerk.

„Babylon Berlin“ ist derzeit in aller Munde. Woche für Woche lockt die erfolgreiche ARD-Serie ein Millionenpublikum vor die TV-Bildschirme der Republik. Was viele bisher nicht wussten: Einige der Szenen aus der momentan laufenden zweiten Staffel (nächste Folge: 8. November, 20.15 Uhr) wurden in Duisburg gedreht – und zwar im Meidericher Landschaftspark Nord. „Das war damals ein sehr, sehr aufwendiger Dreh“, blickt Claudia Kalinowski, Sprecherin des Landschaftsparks, auf den September 2016 zurück.

Alles begann jedoch bereits zwei Monate zuvor: Ein Location-Scout, der sich für Produktionsfirmen auf die Suche nach geeigneten Drehorten begibt, hatte das ehemalige Hüttenwerk als mögliche Kulisse vorgeschlagen. Tom Tykwer, der neben Henk Handloetgen und Achim von Borries zu den drei Regisseuren und Autoren von „Babylon Berlin“ zählt, wollte die Kathedrale der Industriekultur aber zuvor erst selbst in Augenschein nehmen. „Und er war total begeistert“, erinnert sich Kalinowski an den gemeinsamen, über dreistündigen Rundgang über das riesige Gelände des Landschaftsparks. In jedes Loch habe Tykwer hineingeschaut, hätte keine Scheu gehabt, über Zäune zu klettern und sich Hose und Schuhe zu verdrecken. „Er spürte, dass er hier richtig war“, schildert Kalinowski.

Am 27. September 2016 rückte dann das etwa 60-köpfige Filmteam an. Als Drehorte wurden die Möllerbunker und die Gasreinigung am Hochofen 5 ausgewählt. „Das sind Bereiche, die für die Öffentlichkeit im Alltag nicht zugänglich sind“, erklärt Kalinowski. „Deshalb konnten wir den Landschaftspark auch während der Dreharbeiten ganz normal geöffnet lassen.“ Wichtig sei dem Filmteam um Tykwer nur gewesen, dass sie dort in Ruhe arbeiten konnten. „Und das haben wir hinbekommen“, so die Sprecherin.

Auch deshalb habe sich in der Filmbranche inzwischen herumgesprochen, dass der Landschaftspark die gewünschten Top-Bedingungen bietet. „Inzwischen haben wir fast an jedem Tag Fotoshootings oder Filmdreharbeiten hier bei uns“, berichtet Kalinowski von einem wahrhaften Boom. Dieses Nachfrage-Feuer könnte durch „Babylon Berlin“ zusätzlichen Zunder erhalten.

Die beiden Hauptdarsteller der Serie, die im Berlin der Weimarer Republik im Jahr 1929 spielt, sind Volker Bruch als Kommissar Gereon Rath und Liv Lisa Fries als dessen Assistentin Charlotte Ritter. Beide waren aber beim Dreh in Duisburg nicht mit dabei. Dafür aber Peter Kurth, der den verräterischen Kommissar Bruno Wolter so genial verkörpert. Die Szene, in der er einen jungen Polizeikollegen erschießt, wurde ebenso im Landschaftspark gedreht wie eine Schießübungs-Szene und eine Erinnerungssequenz.

Nach der fünftägigen Visite des Filmteams bekamen die Landschaftspark-Macher nachher ein schönes Feedback. „Der Location-Scout rief bei uns an, um zu sagen, dass alle Beteiligten sehr, sehr zufrieden waren“, so Claudia Kalinowski.

(RPN)
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