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Duisburg: Kunstwerk gedenkt der Opfer der NS-Herrschaft

Kunst im öffentlichen Raum : Zum Gedenken an die Opfer der NS-Herrschaft

Sie verleitet uns anfangs oft zu erstaunten Fragen, mit der Zeit neigt sie zur Unauffälligkeit und scheint unserer Aufmerksamkeit zu entschwinden, weil ihr Anblick zur Normalität wird: Die „Kunst im öffentlichen Raum“.

Seit 1996 ist der 27. Januar der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Vor diesem Hintergrund rückt ein besonderes Kunstwerk in den Fokus, das seit 2012 auf dem Kometenplatz in Aldenrade steht und den Walsumer Opfern der NS-Gewaltherrschaft gedenkt. Es wurde von dem Gelsenkirchener Künstler Gisbert Zimmermann geschaffen.

Vorausgegangen waren Recherchen und Aktionen von Kirchen, Bürgerinitiativen und der Realschule Fahrn, bei denen es in erster Linie darum ging, Licht in ein dunkles Kapitel der Walsumer Lokalgeschichte zu bringen. So wurde im Rahmen eines Schulprojekts „Wider das Vergessen - für die menschliche Würde“ von Schülerinnen und Schülern unter Anleitung ihres Lehrers Helmut Feldhaus die leidvolle Geschichte der in Walsum lebenden jüdischen Bürger nachgezeichnet. Fünf Jahre dauerte das Schulprojekt damals. Recherchiert wurde das Schicksal von zwölf Erwachsenen, von denen zwei den Holocaust nicht überlebt hatten.

Im Jahr 2010 wurde beschlossen, einen Teil des Kometenplatzes in den „Platz der Erinnerung“ umzubenennen und dort eine Gedenkstätte zu errichten. Vier Entwürfe für die Gedenkstätte wurden eingereicht. Gisbert Zimmermann erhielt schließlich den Auftrag. Die Skulptur symbolisiert zwei Menschen, einer davon am Boden, der andere reicht ihm die Hand, um ihm wieder aufzuhelfen. Es steht gleichsam dafür, die Geschichte der verfolgten jüdischen Mitbürger in die Gegenwart zu holen und ist mit der Inschrift „Den Walsumer Opfern der NS-Gewaltherrschaft zum Gedenken“ versehen. Der Künstler schenkte die Skulptur der Stadt.

Gisbert Zimmermann wurde 1946 geboren, ist Autodidakt und Mitglied im Gelsenkirchener Kunstverein. 2006 schuf er elf Stahlskulpturen als stille Botschafter der Fußball-Weltmeisterschaft, die an markanten Punkten der Schalke-Stadt stehen und an das Sportereignis erinnern.

Die Gedenkstätte und der „Platz der Erinnerung“ befinden sich unmittelbar neben dem Parkplatz an der Dr.-Hans-Böckler-Straße/Friedrich-Ebert-Straße.