Duisburg: Kulturausschuss für freien Donnerstag im Museum

Streit im Kulturausschuss: Freier Donnerstag in Museen

Ab Januar soll im Kultur- und Stadthistorischen Museum und im Schifffahrtsmuseum an jedem Donnerstag die Devise gelten: „Pay what you want“. Das beschloss der Kulturausschuss, wo am Donnerstag auch heftig gestritten wurde.

Dezernent Thomas Krützberg platzte der Kragen, als er von Hendrik Thomé in dessen Haushaltsrede zu hören bekam, dass das Kulturdezernat nur ein „Anhängsel“ sei. Im Kulturausschuss hatte am Donnerstagnachmittag der linke Ratsherr beklagt, dass der städtische Kulturetat im Vergleich zu anderen Großstädten viel zu gering sei. „Unsere Kulturförderung ist nicht ausreichend“ sagte Thomé und fügte dann die Sätze hinzu: „Wir haben keinen wirklichen Beigeordnete für Kultur. Das Dezernat wird von dem Dezernenten für Jugend, Schule und Soziales mitverwaltet. Es gibt keinen Kulturamtsleiter und auch keine Stabsstelle, die sich federführend um die Kulturentwicklung kümmert.“ Das wollte Krützberg nicht so stehen lassen. Er könne Thomé ja mal seinen Terminkalender der vergangenen fünf Jahre zeigen, der beweise, welch hohen Stellenwert die Kultur bei ihm habe.

Versöhnliches sagte dagegen Claudia Leiße, kulturpolitische Sprecherin der Grünen. Trotz aller Sparzwänge sei in den vergangenen Jahren viel erreicht worden. So sei die Deutsche Oper am Rhein für Duisburg gerettet worden, die Duisburger Philharmoniker spielten auf hohem Niveau, es wurde ein Zentrum für Erinnerungskultur eröffnet, die Duisburger Museumslandschaft sei lebendig, mit dem Spieltrieb sei das Schauspielangebot im Stadttheater bereichert worden, Volkshochschule und Stadtbibliothek seien in einem schönen neuen Gebäude untergebracht und in diesen Tagen sei das Filmforum zum wiederholten Mal mit dem Kinoprogrammpreis ausgezeichnet worden. Allerdings blieben, da war man sich im Ausschuss parteiübergreifend einig, noch viele Wünsche offen. Immerhin wurde der Kulturetat im Vergleich zu den Vorjahren nicht gekürzt.

Einigkeit herrschte im Kulturausschuss beim Beschluss, dass ab dem 1. Januar an den Donnerstagen im Kultur- und Stadthistorischen Museum und im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt auf Eintrittsgelder zugunsten einer freiwililgen Spende (“Pay what you want“) verzichtet wird. Die Gebag soll die möglichen Verluste bei den Einnahmen ausgleichen. Im Verwaltungspapier heißt es deshalb: „Die Maßnahme ist damit - selbst bei einem 100% Ausfall der Einnahmen nach dem „Pay what you want“-Prinzip haushaltsneutral und beinhaltet für die Stadt keine finanziellen Auswirkungen. Vorgeschlagen wurde als eintrittsfreier Tag der Donnerstag, weil das Museum Küppersmühle für moderne Kunst bereits jetzt allen Duisburgern an Donnerstagen freien Eintritt gewährt.

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Aus den Reihen des Kulturausschusses wurde angeregt, auch für das Lehmbruck-Museum, das als Stiftung geführt wird, einen freien Donnerstag einzurichten. Bislang gilt dort an jedem ersten Freitag im Monat die Devise: „Pay what you want“. Das Museum DKM ist rein privat, wird gänzlich ohne Mittel der öffentlichen Hand betrieben. Es ist allgemein nur samstags und sonntags sowie am ersten Freitag im Monat geöffnet. Ansonsten gibt es Öffnungszeiten für Gruppen nach Vereinbarung.

Am Schluss der Sitzung ging es ums Traumzeitfestival. Das wird im kommenden Jahr durch die Duisburg Kontor Hallenmanagement GmbH (Geschäftsbereich Landschaftspark Duisburg-Nord) durchgeführt. Dezernent Krützberg wies ausdrücklich darauf hin, dass es dabei nur um die Organisation, nicht um die inhaltliche Ausrichtung gehe, für die die Kulturbetriebe verantwortlich sind. Die Organisationsform gleiche dabei dem Stadtwerke-Sommerkino: Dort sorgt das Filmforum für die Auswahl der Filme, für die Organisation ist der Landschaftspark zuständig - in Absprache mit dem Filmforum.

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