1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Künstler berichten von ihren Arbeiten in Corona-Zeiten

Duisburger Künstler in Corona-Zeiten : Wir sind noch da!

Künstler sind von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Die RP hat Duisburger Künstler ermuntert, selber von ihren Arbeiten zu berichten. Hier folgt der zwölfte und letzte Teil unserer Serie.

Bernd Beuscher, 1958 in Duisburg geboren, lehrt nach Promotion und Habilitation als Religionspädagoge an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen in Bochum. In unser Serie können wir Professor Beuscher als Künstler, genauer als Fotograf mit künstlerischem Anspruch kennenlernen. Zu seinen Fotos sagt er: „Meine Fotos fangen Wünsche und Versprechen ein. Manchmal sind Textelemente auf dem Bild, die das Erzählen in Gang bringen. Manchmal sind nur Farben, Formen und Strukturen zu sehen. Aber immer zeigt sich ein Widerspruch zwischen Verheißung und Umgebung. Man könnte meine Fotografien als visuellen Smalltalk bezeichnen.“ Als ein Beispiel seiner Fotoarbeiten schickte uns Bernd Beuscher das hier abgebildete Motiv. Dazu schreibt er: „Was springt mir ins Auge, kommt mir in den Sinn? Riesenbrot, ein Ausrufezeichen, das Geblubber der Maschine. – Ich sehe was, was du nicht siehst. Was sagen Sie...?“

Dolf Wagener ist Ehrenvorsitzender der Kulturwerkstatt Meiderich. Hier zeigt er eine Radierung des „Gläsernen Huts“, einst Wahrzeichen der Innenstadt. Foto: Dolf Wagener

Dolf Wagener war viele Jahre Leiter der Kulturwerkstatt Meiderich, nun ist er deren Ehrenvorsitzender. In seiner Selbstdarstellung schreibt er: „Manch einer, der mich noch nicht kennt, wird sich wohl ein falsches Bild von mir machen. Wer mich sieht, ist eher geneigt in mir einen Schmied zu sehen als einen Mann, der sich mit kleinen feinen Radierungen beschäftigt. Ich bin groß, habe blaue Augen und trage weder Hosenträger noch Hut.“ Wagener bekennt sich zur realistischen Kunst. Seine Werke sollen dem Betrachter Freude machen. Ganz im Sinne der Philosophie, die in der Kulturwerkstatt Meiderich beherzigt wird, möchte er mit seinen Werken dazu anregen, selber kreativ zu werden. Seine Motive sucht Wagener in seinem Lebensumfeld, in der Stadt, in der er zu Hause ist. Oder am Niederrhein, wo er häufig unterwegs ist. Bisweilen beschäftigt sich Wagener auch damit, die Stadtgeschichte mit seinen Mitteln festzuhalten. Für die Veröffentlichung wählte er eine Grafik, die den Gläsernen Hut zeigt, eine Gaststätte, die einst in unmittelbarer Nähe zum Duisburger Hauptbahnhof zu finden war. Der Gläserner Hut war viele Jahre ein Markenzeichen der Duisburger Innenstadt.

Claudia A. Grundei beschäftigt sich mit der Bildhaftigkeit der der Sprache. Foto: Claudia Grundei

Claudia A. Grundei gehört zu den bekanntesten Künstlerinnen Duisburgs. Mehrfach war sie Sprecherin der Freien Duisburger Künstler und Vertreterin der Interessengemeinschaft Duisburger Künstler. Sie ist Erste Vorsitzende des Vereins für Kunst und Kultur in der cubus-Kunsthalle, Vorstandmitglied im Berufsverband Bildender Künstler Niederrhein. Besondere Verdienste hat Claudia A. Grundei als Initiatorin und Organisatorin des KunstraumGRÜN im Botanischen Garten Duissern. In diesem Jahr musste das Kunstereignis wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Als Tüpfelchen auf dem „i“ betreibt sie ehrenamtlich die Kunstvitrine im Botanischen Garten, die sie gerne als „kleinste öffentliche Galerie Duisburgs“ bezeichnet.

Bei so viel Engagement zugunsten von anderen Künstlerinnen und Künstlern darf man das eigene künstlerische Schaffen von Claudia A. Grundei nicht aus den Augen verlieren. Sie schreibt über ihre Arbeiten: „Ich interessiere mich in meinen grafischen und plastischen Arbeiten für die Bildhaftigkeit beziehungsweise den Bild-Wert von Sprache.“ Als Beispiel schickte sie uns das Foto eines aktuellen Werks, bei dem jemand sprichwörtlich „im Eimer“ ist. Ein leicht ironisches Lächeln darf man sich da hoffentlich hinzudenken...

Mit dieser zwölften Folge endet unsere Serie, die ursprünglich als kleine Artikelreihe für die Sommerferien geplant war, doch auf so große Resonanz bei den Künstlerinnen und Künstlern stieß, dass wir sie verlängert haben. Mit dem Ende der Serie wollen wir unsere Künstlerinnen und Künstler aber nicht aus den Augen verlieren. Versprochen!