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Duisburg: "Kubikk" soll im alten C&A-Kaufhaus eröffnen

Altes C&A-Kaufhaus : „Kubikk“ soll die Duisburger Altstadt beleben

Ein anonymer Berliner Privatinvestor nimmt sich des leerstehenden C&A-Kaufhauses in der Altstadt an. Ins Erdgeschoss sollen Gastronomie und Einzelhandel einziehen, oben ist Raum für Büros und ein Fitnessstudio.

Der Name ist Programm: „Kubikk“ soll das neue Zentrum der Duisburger Altstadt heißen. Architekt Bernd-Claas Gesterkamp, Inhaber der gleichnamigen Immobilien-Marketing-Agentur in Düsseldorf und Sprecher des anonymen Berliner Investors, plant, den C&A-Klotz (oder Kubus) an der Münzstraße mit neuem Leben zu füllen. Am Mittwoch stellte er gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Stadt die Pläne für das Projekt vor.

Die 15.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche des Alten Kaufhauses sollen in den kommenden Jahren eine Umnutzung erfahren. Ins Erdgeschoss soll ein Mix aus Cafés, Bistros und „sonstig einladender und qualitativ hochwertiger Gastronomie“ Einzug halten. Die Obergeschosse sollen Raum für moderne Großraumbüros bieten und die Dachterrasse als Eventlocation mit Blick auf die Duisburger Skyline nutzbar gemacht werden. Auch für die beiden Kellergeschosse schweben den Investoren schon Lösungen vor. Hier soll es im ersten UG ein Fitnessstudio und im zweiten Raum zum Beispiel Platz für Escaperooms, Bubbleball- und Lasertagfelder oder einen „loungigen Club“ geben.

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Die Fassade des Gebäudes soll begradigt, dabei aber der kubische Charakter des  alten Kaufhauses erhalten werden. Die großen Wandflächen will der Architekt mit Kunst und Natur füllen. Gesterkamp schweben zum Beispiel Bepflanzungen und Vogelhäuser an der Fassade vor. Außerdem will das Projektbüro den Balkon des Hauses im erstem Obergeschoss nach Möglichkeit gastronomisch nutzbar machen. „Kubikk soll zum neuen Herzen der Altstadt avancieren, in dem kreatives, urbanes Leben und Arbeiten auf Schritt und Tritt mit allen Sinnen erlebbar wird“, sagt Gesterkamp.

 So sieht das Gebäude derzeit aus. Im Idealfall soll es 2021 mit dem Umbau losgehen.
So sieht das Gebäude derzeit aus. Im Idealfall soll es 2021 mit dem Umbau losgehen. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Was hier zunächst nach Allgemeinplätzen klingt, ist tatsächlich schon ein relativ weit gediehenes Konzept. Die Vorvermarktung ist bereits angelaufen. Eine Vermietung soll laut Gesterkamp unterschriftsreif sein, bei anderen sei man schon in guten Gesprächen. Starten soll der notwendige Umbau (Rückbau der Rolltreppen und Schaffung eines Lichtschachtes im Zentrum des Gebäudes) sobald eine gewisse Vorvermarktungsquote erreicht ist. Gesterkamp hofft dabei auf Ende 2021.

Die Verantwortlichen bei Stadt und Wirtschaftsförderung sind von dem Projekt überzeugt. „Kubikk hat das Potenzial, den Puls der Altstadt zu beschleunigen und positive Dynamik im gesamten Umfeld zu entfachen“, sagt Andree Haack, Wirtschaftsdezernent und Mitgeschäftsführer der Wirtschaftsförderung. „Wenn hier investiert wird, dann ziehen im Idealfall auch einige andere Hauseigentümer nach, die von diesem Esprit angesteckt werden.“ Kubikk sei ein positives Signal für Geschäftstreibende, Passanten, Viertelbewohner und Hauseigentümer gleichermaßen. „Wenn das Konzept erfolgreich ist, kommt wieder mehr kaufkräftige Kundschaft ins Quartier, was die Umsätze der Geschäftstreibenden steigen lässt und den Handel sowie die umliegende Gastronomie stärkt.“ Wer beruflich ins Kubikk einziehe, der könne dort nicht nur seine Brötchen verdienen, sondern diese auch einkaufen, sondern dies – im übertragenen Sinne – auch ausgeben. „Das wäre dann eine Win-Win-Situation.“

GfW-Geschäftsführer Ralf Meurer betrachtet das Projekt auch als Erfolg des in der Altstadt ansässigen Quartiersbüros. „Dessen nachhaltige Arbeit trägt damit Früchte“, sagt Meurer. „In der Altstadt waren dicke Bretter zu bohren, um Schlüsselimmobilien im Bestand eine neue Nutzung zu ermöglichen. 15.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche in zentraler Innenstadtlage sind ein stadtentwicklerisches Pfund. Hier findet Zukunft statt und die will bestmöglich vorbereitet sein.