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Duisburg: Krankenhäuser klagen erneut über zu wenige Blutspenden

Versorgung in Duisburg : Krankenhäuser klagen erneut über zu wenige Blutspenden

Bereits im März 2020 gingen den Krankenhäusern in Duisburg fast die Blutreserven aus. Wegen Corona spendeten vor allem ältere Menschen nicht mehr. Nun gibt es offenbar erneut einen Engpass – und auch die Pandemie ist wieder schuld.

Seit fast anderthalb Jahren klagt das Duisburger Blutspendezentrum (BZD) über zu wenige Spender. Kurz nach Beginn der Sommerferien hat sich die Situation noch einmal verschärft. Und das spüren nun auch die Krankenhäuser. „Es ist Ferienzeit, mitten im Sommer, die meisten Leute denken gerade eher weniger daran, eine Blutspende abzugeben“, sagt Stefan Wlach, Sprecher des Evangelisches Klinikum Niederrhein. Mehrere Routineeingriffe habe man deshalb zuletzt verschieben müssen, die Klinik will die Blutbanken für lebensbedrohliche Notfälle schonen. 

Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums werden täglich bis zu 3000 Blutkonserven in Nordrhein-Westfalen benötigt. Wie viele es in Duisburg am Evangelisches Klinikum Niederrhein sind, sei sehr unterschiedlich und nicht seriös vorauszusagen, sagt Wlach. Zuletzt kam es immer wieder zu Engpässen, weil es nicht genügend Spender gab. Hinzu kommen laut Wlach die Folgen aus den beiden Corona-Lockdowns im vergangenen Jahr. Viele planbare Operationen mussten damals verschoben werden und werden jetzt nachgeholt. „Das lässt den Bedarf nach Blutkonserven in der Region jetzt erneut steigen“.

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Bereits Anfang März 2020 warnte das BZD vor einer Knappheit. Kurz nachdem Duisburg die ersten Corona-Fälle registrierte, brach die Zahl der Spenden um 20 Prozent ein. Viele blieben aus Angst zu Hause – und fürchteten gar, sich bei der Blutabgabe anzustecken. Im November rief auch das NRW-Gesundheitsministerium offiziell zur Blutspende auf.

 Sorgen, man könne sich in den Spendezentren anstecken, hören Mediziner regelmäßig – sie seien aber unbegründet, sagt Wlach. „Es werden beim Blutspenden alle Instrumente desinfiziert, das war auch schon vor der Pandemie so. Jede Spritze wird nur einmal benutzt.“ In den Spendezentren sei es sicher, schließlich stecke man sich dort auch nicht mit anderen Krankheiten an.

Unterdessen sieht es in anderen Häusern in Duisburg offenbar etwas optimistischer aus. „Aktuell stehen in den Sana Kliniken ausreichend Blutkonserven zur Verfügung“, sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Allerdings habe es zeitweise weniger Blutkonserven, insbesondere bei negativen Blutgruppen gegeben. Beim Evangelischen Klinikum Niederrhein reichen die Reserven derzeit aber auch. „Die Versorgung für Notfälle ist selbstverständlich sichergestellt“, sagt Wlach.

In den Duisburger Helios-Krankenhäusern spricht man in diesem Jahr hingegen von einer „besonders angespannten Situation“. Aufgrund der pandemischen Situation hätten insgesamt deutlich weniger Blutspende-Aktionen stattfinden können, so ein Sprecher.

Zudem hätten sich die Zulassungskriterien für die Blutspende verändert. So gelte beispielsweise eine Aussetzung von mindestens vier Wochen nach Genesung für Personen, die am Virus erkrankt sind. Andererseits seien die warmen Sommermonate und die damit einhergehende Urlaubszeit, wie in jedem Jahr, Grund für den Rückgang verfügbarer Blutkonserven.

„Das ist durchaus eine bedenkliche Entwicklung, da Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen für die Behandlung der Patientinnen und Patienten dringend auf diese Spenden angewiesen sind“, so Helios-Sprecher Valentin Riemer. Dabei kämen Blutspenden bei größeren Verletzungen und Operationen zum Einsatz. Sie würden aber auch für die Behandlung verschiedener Erkrankungen benötigt, zum Beispiel bei Krebs-, Herz- oder Nierenerkrankungen.

„Übrigens haben wir als Helios-Kliniken uns insgesamt in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion #missingtype des DRK beteiligt“, so Riemer. Man könne die Menschen daher auf jeden Fall zu einer Blutspende aufrufen.

Blut spenden können generell alle gesunden Menschen zwischen 18 und 65 Jahren. Männer dürfen bis zu sechs Mal pro Jahr Blut spenden, Frauen bis zu vier Mal. Blutspender erhalten in den festen Blutspendestationen eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro pro Spende.