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Duisburg: Konzerte werden live aus der Liebfrauenkirche gestreamt

Kultur in Duisburg : Konzertwochenende wird live aus der Liebfrauenkirche gestreamt

Nach zweimaliger Verlegung der „Muziek Biennale“ gibt es am Samstag und Sonntag in Duisburg live übertragene Konzerte unter der Leitung von Gerhard Stäbler und Kunsu Shim.

Gleich zweimal mussten die in Duisburg lebenden Komponisten und Performance-Künstler Gerhard Stäbler und Kunsu Shim ihre Beiträge zur aktuellen „Muziek Biennale Niederrhein“ verschieben. Ursprünglich waren Konzerte Ende August im Rahmen der Landesgartenschau auf Kloster Kamp geplant. Als diese wegen der Pandemie abgesagt werden mussten, war ein neuer Termin für Ende Januar 2021 ins Auge gefasst worden. Aber bekanntlich wurde auch daraus nichts. Nun geht man auf Nummer sicher und streamt zwei Konzerte am Samstag und Sonntag live aus der Kulturkirche Liebfrauen, was nicht schiefgehen sollte, da Publikum vor Ort nicht zugelassen ist. Die Konzerte kann man kostenlos am heimischen Computer verfolgen.

Gerhard Stäbler und Kunsu Shim greifen dabei das Biennale-Motto „Tiefen...“ auf, variieren es aber zu „Tiefenschärfe“. Der Begriff ist vorderhand der Fotografie entlehnt, meint die Hervorhebung und das Akzentuieren eines Objekts durch die Einstellung der Blende. Das Fotomotiv soll klar erkennbar sein, mag es auch in der Ferne liegen. Auch der Fotoamateur kennt das, beherzigt beispielsweise die Faustregel „Sonne lacht, Blende acht“. Stäbler und Kunsu Shim fassen den Begriff jedoch weiter, beziehen ihn auch auf musikalische und darstellerische Ausdrucksmöglichkeiten.

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In ihrem Konzertprojekt ist Beethoven, dessen 250. Geburtstag im vergangenen Jahr Anlass für das Beethoven-Jahr war, der Anker. Dieser Komponist, heute der meist gespielte klassische Komponist der Welt, kann, wie es das Konzertprojekt demonstrieren soll, zu bislang noch weitgehend unbekannten Verbindungslinien zur musikalischen und performativen Kunst über das 19. und 20. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart führen.

In den beiden Konzerten stehen Werke von Charles Ives, Henry Cowell, John Cage, Sylvano Bussotti, Pierre Henry, Iannis Xeankis, und natürlich Gerhard Stäbler und Kunsu Shim auf dem Programm. In den Konzerten sind auch die selten zu erlebende „Symphony – Monoton-Silence“ von Yves Klein und Nam June Paiks „Zen for Walking“ zu erleben, zwei – wenn auch umstrittene – Meilensteine in der Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.

An den Konzerten wirken außerdem mit: die bekannte Sopranistin Alexandra von der Weth, das 17-köpfige „notabu.ensemble für neue musik“, der Dirigent Mark-Andreas Schlingensiepen, der Performer Thomas Krause und als Moderator Stefan Fricke. Beide Konzerte beginnen um 20 Uhr.

Link zu Tag 1 am 29. Mai: https://www.youtube.com/watch?v=0Vh3sNfP6LI

Link zu Tag 2 am 30. Mai: https://www.youtube.com/watch?v=S9OcCOAA9ps