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Duisburg: Kammeroper "Meister Pedros Puppenspiel" im Theater

Familienoper mit Marionetten : Wie Don Quijote gegen die Windmühlen kämpft

Wenige Wochen nach der Premiere in Düsseldorf übernimmt die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg am Sonntag, 17. Oktober, um 18.30 Uhr, ihre Produktion der Kammeroper „Meister Pedros Puppenspiel“ („El retablo de Maese Pedro“) von dem vor 75 Jahren gestorbenen spanischen Komponisten Manuel de Falla (1876-1946) in ihr hiesiges Haus.

Warum dies eine Koproduktion mit dem international renommierten Düsseldorfer Marionettentheater ist, erklärt sich durch einen kurzen Blick auf die Handlung:

Eines Abends verläuft die Aufführung von Meister Pedros Puppenspiel ganz anders als gedacht. Während der Meister seine Marionetten die Geschichte von der Königstochter Melisendra erzählen lässt, gerät ein Zuschauer so in den Bann der sagenhaften Geschichte, dass ihn bald nichts mehr im Publikum hält.

Es ist Don Quijote, der gegen Windmühlen und für seine eigene Fantasie kämpfende Ritter aus dem berühmten spanischen Epos von Miguel de Cervantes, der sich hier unversehens in einem seiner vielen Abenteuer wiederzufinden glaubt.

Und so stürmt Don Quijote unverdrossen und kampfeslustig Meister Pedros Bühne, um Melisendra, die soeben mit ihren Gatten Don Gayferos fliehen konnte, vor rachsüchtigen Verfolgern zu schützen. Leider gerät er dabei so in Rage, dass er sein Schwert erst ruhen lässt, als auch die letzte Puppe der Verfolgertruppe ihren Kopf verloren hat und das Publikum längst geflüchtet ist. Seine Heldentat widmet er hingebungsvoll und mit großer Geste seiner imaginären Herzensdame Dulcinea, während Meister Pedro den Verlust seiner Puppen beklagen muss.

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Die junge Regisseurin Ilaria Lanzino und der Videokünstler Torge Möller (von „fettfilm“) haben ihre Inszenierung für Familien (Menschen ab sechs Jahre) erdacht. Anton Bachleitner und Anna Zamolska sind nicht nur die Puppenspieler, sondern als solche auch Figuren auf der Bühne.

Lanzino, Möller und Bachleitner haben außerdem gemeinsam Bühne und Kostüme gestaltet. Da die eigentliche Oper nur 25 Minuten dauert, gibt es als „Ouvertüre“ jene stilistisch ähnlichen und 20-minütigen „Danses concertantes“ für Kammerorchester, die der vor 50 Jahren gestorbene Igor Strawinsky (der bei der Uraufführung der Falla-Oper 1923 in Paris anwesend war) 1941 (also vor 80 Jahren) schrieb.

Zu diesem Vorspiel wird das äußerliche „Theater auf dem Theater“ ebenso aufgebaut wie Don Quijotes innere Fantasiewelt. Die kleinen Marionetten werden auf einer Leinwand auf der Bühne vergrößert gezeigt. Am Ende springt Don Quijote dank Live-Video und „Zauberei“ (Green-Screen) direkt auf die Puppenbühne.

Die Gesangs-Besetzung ist in Duisburg ganz neu, auch die Duisburger Philharmoniker haben den von Kapellmeister Ralf Lange dirigierten Abend ganz neu einstudiert. Die Oper wird in deutscher Sprache mit Übertiteln gespielt.

Es gibt noch Karten für die Übernahmepremiere, am einfachsten im Internet unter karten@theater-duisburg.de.