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Duisburg: Kai Magnus Sting feiert Bühnenjubiläum

Kabarett : Kai Magnus Sting feiert Bühnenjubiläum

Seit 25 Jahren sorgt der Duisburger für Lacher. Am Wochenende stand für ihn im Landschaftspark ein besonderer Auftritt an.

Sein 25-jähriges Bühnenjubiläum feierte der Duisburger Kabarettist Kai Magnus Sting mit illustren Gästen im Landschaftspark Nord. Auf dem  Sofa, das eigens auf die Bühne der Gebläsehalle gebracht worden war, nahmen Lisa Feller, Fritz Eckenga, Henning Venske, Frank Goosen und die drei Zucchini Sistaz Platz, um im Laufe des Abends ihre Beiträge zu den Feierlichkeiten zu liefern.

Mit 14 Jahren, so erzählte der  Jubilar, durfte er im WDR-Radio sein großes Vorbild Hanns Dieter Hüsch interviewen, der ihm damals attestiert habe „Mit dem Namen muss man Kabarettist werden!“. Das hat funktioniert – und zwar richtig gut: Autor diverser (Hör-) Bücher und Kurzgeschichten für Zeitungen, Schauspieler, Kabarettist, bekennender Neudorfer mit dem Blick auch für das vermeintlich Unwesentliche. Man scheint seine Figuren zu kennen oder fühlt sich heimlich von ihm beobachtet. Ob in der Pommes-Bude, beim Familienessen oder in der Bäckerei, irgendwie scheint Sting immer hinter einem gestanden zu haben. Unbemerkt notierte er sich Begebenheiten des Alltags, um sie mit spitzer Feder aufs Papier oder die Bühne zu bringen.

Mit Hilfe seiner Gäste erhielten die Besucher an zwei Abenden im Landschaftspark gleichsam einen Überblick über die Kabarett- und Comedy-Szene.

Mit Henning Venske, der schon bei der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ aktiv war, verbindet Sting u.a. eine gemeinsame Tour. Zwei Jahre lang spielten sie auf der Bühne Opa und Enkel und beleuchteten Generationen-Konflikte nach dem Motto ,Nörgler und Besserwisser’.

Lisa Feller steht für die Abteilung Comedy, gibt gerne zu, dass sie unter einem „Comedy-Tourette“ leide und so nahezu zwanghaft selbst aus einer Radarfalle eine publikumswirksame Geschichte stricken kann.

Den musikalischen Teil des Abends lieferten die drei „Zucchini Sistaz“ mit  Swing der 1920er bis 1950er Jahre, perfektem dreistimmigen Gesang, sich selbst mit Gitarre, Kontrabass und wahlweise Posaune, Trompete begleitend. Sie machten u.a. aus Grönemeyers „Männer“ ihre eigene Swing-Version und dichteten gleich noch eine Strophe dazu.

Ernste Männergespräche an der Theke mit einem Glas Wacholder in der Hand führten Kai Magnus Sting und Fritz Eckenga, der dem Abend – zunächst etwas mühsam – noch eine aktuelle politische Note verlieh. Der Bochumer Frank Goosen steuerte  einen Beitrag aus seinem – erst nächste Woche erscheinenden  – neuen Buch über die Erlebnisse seiner Jugendzeit und den Zusammenhang von Pubertät und Beatles bei.

Der Abend wurde von einem mit verteilten Rollen gelesenen Text aus der Feder von Kai Magnus Sting beschlossen: „Die Familie geht essen“. Und schon wieder kam dieses Gefühl auf, dass Kai Magnus Sting im Restaurant war als man selbst mit der Familie letztens essen war.

Das Publikum hat jedenfalls Tränen gelacht.