Projekt Jugendfilmtage über legale Drogen

Erstmals finden in diesem Jahr die traditionellen Jugendfilmtage in Duisburg statt. 650 Schüler im Alter von 12 bis 19 Jahren beschäftigen sich mit den Folgen und Gefahren von Alkohol und Nikotin.

 Eine Glaszigarette sollte den Schülern deutlich machen, welche Schadstoffe in einem einzigen Glimmstängel enthalten sind. Das Projekt soll die Schüler für die Gefahren sensibilisieren und vom Rauchen abhalten.

Eine Glaszigarette sollte den Schülern deutlich machen, welche Schadstoffe in einem einzigen Glimmstängel enthalten sind. Das Projekt soll die Schüler für die Gefahren sensibilisieren und vom Rauchen abhalten.

Foto: Veranstalter/Fabian Strauch

An 21 Stationen in ganz Deutschland finden in diesen Tagen die Jugendfilmtage statt. In diesem Jahr kommt das seit 2004 existierende Projekt erstmals nach Duisburg. Unter dem Motto „Nikotin und Alkohol, Alltagsdrogen im Visier“ finden bis zum heutigen Mittwoch im Josephshaus an der Goldstraße und im benachbarten Filmforum Workshops und Filmvorführungen statt.
Bei den Filmen handelt es sich um bekannte Spielfilme, wie die Verfilmung des Bestsellerromans „Tschick“ oder der – in Duisburg spielende – Film „Elefantenherz.“ „Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, den Schülern keine Lehrfilme zu präsentieren“, sagt Anne Schmidt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). „Uns war es wichtig, dass wir den Schülern nicht wie Lehrmeister mit erhobenem Zeigefinger begegnen. In jedem der Filme spielen Alkohol und Drogen eine Rolle, die von den Lehrern in den Klassen herausgearbeitet und besprochen wird.“ Mit dem Spielfilmformat hoffen die Veranstalter, dass die Schüler einen besseren Zugang zu den Themen finden. Die Lehrer der teilnehmenden Schulen konnten sich vorab für einen der sechs Filme entscheiden und anmelden. Für die Lehrer selbst gibt es für jeden Film Materialien und Anregungen für den Unterricht.

Bevor es allerdings in den Kinosaal geht, steht für die Schüler ein Wissensparcour an. An verschiedenen Stationen können die Schüler in einem Quiz ihr Wissen zur Wirkung von Alkohol und Drogen testen oder aber mit einer Rauschbrille versuchen, Aufgaben zu lösen. „An den einzelnen Stationen wollen wir das Bewusstsein der Schüler für den Alkohol- und Nikotinkonsum, aber auch das Suchtpotenzial ansprechen, die diese Drogen haben“, sagt Schmidt. „Außerdem wollen wir mit Halbwissen aufräumen, um zu zeigen, wie schädlich Wasserpfeifen wirklich sind.“

Auf lange Sicht sollen die Filmtage aber auch noch einen anderen Zweck erfüllen. „In Deutschland leben schätzungsweise 2,6 Millionen Kinder in suchtbelasteten Familien. Mit unseren Veranstaltungen wollen wir den Schülern auch eine Anlaufstelle aufzeigen, an die sie sich wenden können“, sagt Anne Schmidt. Aus diesem Grund arbeitet die BZgA vor Ort mit den jeweiligen Organisationen zusammen. „So sehen die Schüler bereits ein paar Gesichter und verlieren im besten Falle die Hemmungen um sich beraten zu lassen.“

Unterstützt wird das Projekt in Duisburg vom Suchthilfeverbund der Stadt, sowie unter anderem vom Institut für Jugendhilfe und vom Diakoniewerk Duisburg. Dass Initiativen wie diese auf lange Sicht eine Wirkung haben können, belegen diverse Statistiken und Umfragewerte der BZgA. So hat sich beispielsweise die Zahl der rauchenden Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren von 2001 bis 2016 um zwei Drittel auf nur noch 7,4 Prozent reduziert. 2001 waren es noch gut 27 Prozent. Auch bei den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren sinken die Zahlen, wenngleich sie noch deutlich höher sind. Bei ihnen hat sich die Zahl der Raucher von 44 Prozent 2001 auf 26 Prozent 2016 reduziert.

Die Jugendfilmtage werden nach ihrem Ende in diesem Jahr an die Bundesländer „übergeben.“ Sie können von da an entscheiden, ob und wie sie das Programm fortführen wollen. Sicher ist nur: Es wird sie auch in Zukunft geben.

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