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Duisburg: Jobabbau durch Digitalisierung

Business Talk bei der Arbeitsagentur : Strategien gegen Jobabbau durch Digitalisierung

Die Digitalisierung gefährdet in Duisburg potenziell mehr Arbeitsplätze als in anderen Städten und Regionen in Deutschland. 27,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in unserer Stadt haben ein hohes „Substituierungspotenzial“, sind also prinzipiell ersetzbar.

In Nordrhein-Westfalen sind es mit 25 Prozent etwas weniger. Das erklärte Katharina Dengler vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei ihrem Impulsvortrag am Mittwoch beim „Business Talk“ der Arbeitsagentur. Unter dem Motto „Arbeit 4.0 in Duisburg – der Mensch bleibt im Mittelpunkt“ waren rund 50 interessierte Gäste, meist von klein- und mittelständischen Unternehmen, der Einladung der Agentur gefolgt und erlebten einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Nachmittag.

Katharina Dengler betonte, dass die Ersetzbarkeit von Arbeitsplätzen bei bestimmten Tätigkeiten und Branchen besonders groß sei. So seien Arbeitsplätze bei Helfertätigkeiten mehr gefährdet als bei Fachkräften. Noch weniger substituierbar sind sie bei Experten und Spezialisten. Im Logistik- und Verkehrsbereich – in Duisburg bekanntlich besonders ausgeprägt – gefährde die Digitalisierung mehr Arbeitsplätze als in anderen Branchen, weil insbesondere bei Lagerung, Kommissionierung und Qualitätskontrolle auch Maschinen oder Roboter „einspringen“ könnten. Dagegen eine „regionale Strategie“ zu entwickeln, sei schwierig. Astrid Neese, Chefin der Arbeitsagentur und damit Gastgeberin der Veranstaltung, hatte eine plausible Strategie parat: „Das geht nur über das Megathema Bildung und Qualifizierung. Wir sind da mit unseren Angeboten Sparringspartner für die Unternehmen.“ Sie hoffe auf ein Qualifizierungsförderungsgesetz im nächsten Jahr, das Qualifizierung nicht nur für den (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben ermögliche, sondern auch für die Zeit danach.

 Duisburgs Arbeitsagenturchefin Astrid Neese.
Duisburgs Arbeitsagenturchefin Astrid Neese. Foto: Christoph Reichwein (crei)/Reichwein, Christoph (crei)
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Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer der in Duisburg ansässigen Unternehmerverbandsgruppe, riet zu mehr Gelassenheit. „Für die einen ist Digitalisierung der Umstieg von Fax auf E-Mail, für den anderen auf 3D-Druck, für andere ist es bereits die künstliche Intelligenz.“ Er gab zu bedenken, dass sich größere Unternehmen bei der Digitalisierung aufgrund ihrer Kapazitäten leichter täten als kleinere und mittlere. Schmitz: „Da ist noch Luft nach oben.“

 Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbandsgruppe.
Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbandsgruppe. Foto: Unternehmerverband

Zuvor hatte der Designer Robert Reichert von der Hochschule Ruhr-West die Arbeit des „FabLab“ in Bottrop vorgestellt. In der dortigen „digitalen Bastelwerkstatt“ wird demonstriert, was digitale Technik heute leisten kann. Die Palette reicht vom 3D-Druck ganzer Neubauhäuser bis zur Rohruntersuchung per Mini-Drohne.