Duisburg: Jede dritte Führungskraft ist weiblich

Frauenanteil in der Verwaltung : Jede dritte Führungskraft ist weiblich

Die Stadt Duisburg scheint bei der Gleichstellung von Mann und Frau voranzukommen. Im Jahr 2017 war jede dritte Führungsposition in der Verwaltung von einer Frau besetzt. Nachholbedarf gibt es bei den Leitungen der Dezernate.

Weibliches Führungspersonal setzt sich auch in Duisburg immer mehr durch. Wir haben mal öffentliche Einrichtungen abgeklopft: Wie viele Frauen gibt es hier eigentlich in den Führungsetagen?

Stadtverwaltung Die Duisburger Stadtverwaltung wird immer weiblicher. Wie aus einer Antwort der Stadt auf eine Anfrage unserer Redaktion hervorgeht, war im Jahr 2017 jede dritte Führungsposition in der Verwaltung von einer Frau besetzt. Zum Stichtag 31. Dezember 2017 waren sieben von 30 Amts-, Stabsstellen und Institutsleiterstellen (23,3 Prozent) und zehn von insgesamt 26 stellvertretenden Amtsleitungen (38,5 Prozent) von Frauen besetzt. Auch bei den Sachgebietsleitungen lag der Frauenanteil bei deutlich über 30 Prozent. 2017 waren 54 von 152 entsprechenden Stellen in weiblicher Hand (35,5 Prozent). Der Frauenanteil bei den Führungspositionen insgesamt lag bei 32,6 Prozent (85 von 260 Stellten). Zum Vergleich: Der Frauenanteil am Gesamtpersonal der Kernverwaltung der Stadt lag 2016 bei 61,5 Prozent.

Obwohl die statistische Auswertung für das Jahr 2018 noch nicht vorliegt, konnte die Stadt nun zumindest im Bereich der Amts-, Instituts- Stabsstellen-Leitungen schon eine positive Entwicklung vermelden. Mittlerweile sind elf (im Vergleich zu sieben im Jahr 2017) dieser Führungspositionen von Frauen besetzt. Das betrifft unter anderem das Amt für Kommunikation, die Kulturbetriebe, das Amt für soziales und Wohnen, das Hauptamt, das Katasteramt und die Stabsstellen für Korruptionsvorbeugung und Changemanagement sowie die Institute für Jugendhilfe und für gesundheitlichen Verbraucherschutz.

Nachholbedarf in Sachen Gleichberechtigung gibt es dagegen noch bei der Besetzung der Dezernatsleitungen. Die einzige weibliche Dezernentin war bislang Stadtkämmerin Dörte Diemert, die allerdings zum 23. Januar nach Köln wechselte. Ihre Stelle wird mit Martin Murrack von einem Mann übernommen.

In den Verantwortungsbereich der Stadt fällt darüber hinaus die Berufsfeuerwehr. Das es sich bei der Brandbekämpfung um eine Männerdomäne handelt, wird auch an den Zahlen ersichtlich. Unter den rund 600 Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr sind derzeit elf Frauen, die dort ihren Einsatzdienst verrichten. Davon ist nach Angaben der Stadt eine in leitender Position tätig.

Polizei Etwas Nachholbedarf was Frauen in Führungspostionen angeht, hat offenbar auch die Duisburger Polizei. Wie Duisburgs Polizeipräsidentin Elke Bartels in der vergangenen Woche am Rande eines Pressetermins verriet, ist neben ihr selbst derzeit genau eine Frau im höheren Dienst bei der Behörde beschäftigt. Das gilt aber nicht generell für das Führungspersonal bei der Polizei: „Von insgesamt 232 Führungspersönlichkeiten sind 34 Frauen“, erläutert Polizeisprecherin Stefanie Bersin. Sieben von ihnen sind aus dem Bereich der Verwaltung, 27 aus dem Polizeibereich. „Dazu gehören Wachenleitungen, Dienstgruppenleitungen oder Kommissariatsleiterinnen“, so die Sprecherin.

Gebag Der Frauenanteil ist auch für kommunale Unternehmen wie die Wirtschaftsbetriebe oder die Gebag eine wesentliche Frage. Wie wir in der vergangenen Woche berichteten, könnte vor allem der Duisburger Wohnungsbaugesellschaft eine Vorbildrolle zukommen. Drei von fünf zentralen Unternehmensbereichen der Gebag werden von Frauen geleitet. Außerdem werden vier weitere Abteilungen und Referate innerhalb des Hauses von Chefinnen geführt.

Wirtschaftsbetriebe Bei den Wirtschaftsbetrieben sind von 75 Führungspositionen derzeit 17 von Frauen besetzt. Das entspricht einem Anteil von 23 Prozent.

DVV-Konzern 33 von 183 Führungskräften der Gesellschaften des DVV-Konzerns sind weiblich. Sie verteilen sich wie folgt: Octeo (12), Stadtwerke (7), DVV (6), Zoo und DVG (je 3), Netze Duisburg (2). „Der DVV-Konzern unternimmt zahlreiche Anstrengungen, um Frauen für eine Tätigkeit in einer der Konzerngesesellschaften zu begeistern“, sagt DVV-Sprecher Felix zur Nieden. Dazu gehört die Teilnahme am „Girl’s day“, das Programm „DVV Dual“ zur Entwicklung von Frauen als Führungskräften und das Projekt „Frauen coachen Frauen“. Zudem gibt es beim DVV die Möglichkeit flexibler Arbeitszeitmodelle.

Frauenförderplan Sowohl bei der Stadt als auch bei den kommunalen Unternehmen wurden allerdings bereits Maßnahmen getroffen, um den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Resultierend aus dem sogenannten Frauenförderplan beziehungsweise Gleichstellungsplan der Stadt werden Stellenausschreibungen in Bereichen, in denen unterdurchschnittlich viele Frauen tätig sind. inzwischen so gestaltet, dass sich weibliche Bewerber gezielt angesprochen fühlen. Außerdem sollen sie bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung gegenüber männlichen Bewerbern bevorzugt berücksichtigt werden. Darüber hinaus gibt es laut Stadt eine spezielles Förderprogramm für Frauen, die sich für Führungspositionen interessieren.