Duisburg: Jazziges Konzert mit Rolling-Stones-Titeln

Konzert in Ruhrort :  Jazz-Genuss mit den Rolling Stones

Der Pianist Stefan Heidtmann und seine Freunde überraschten im Ophardt-Auditorium mit Adaptionen der alten Rocker.

Die ewig jungen Rocker Keith Richards und Mick Jagger gehören nicht unbedingt zu den Altarfiguren der Jazz-Elite. Doch der hoch virtuose Kölner Pianist Stefan Heidtmann und seine Begleiter haben auf ihrem neuen, hörenswerten Album „Jazzstones Trio plays the Rolling Stones“ bewiesen, dass die Songs der Stones allemal jazztauglich sind. Zum Auftakt der neuen und ambitionierten Reihe des Kreativquartieres Ruhrort stellte sich Stefan Heidtmann im Trio im Ruhrorter Ophardt-Auditorium mit einem beeindruckenden Konzert mit Hafenblick vor. An seiner Seite präsentierten sich Schlagzeuger Marcel Wasserfuhr und Bassist Marcus Braun als gewiefte und pointierte Rhythmiker, die sich mit dem melodisch auf hohem Niveau gesegneten Klangkünstler Heidtmann auf die Spuren der Rolling Stones begaben.

Dank einer unternehmerischen Initiative der Firma Ophardt und einer künstlerischen Initiative von Heiner Hesedink vom Ruhrorter Kreativ Quartier, die diesem Konzert im Herbst noch zwei weitere mit dann klassischer Musik folgen lassen, durfte das begeisterte Publikum durchweg markante und ausgefuchste Interpretationen von Klassikern wie „Ruby Tuesday“, „Sympathie fort he Devil“ oder „Paint it Black“ genießen, die man bisher nicht unbedingt nur im Original von Mick Jagger oder Keith Richards kannte, die aber als gereifte Jazz-Adaptionen eine vollkommen neue Qualität gewinnen. Also bestes musikalisches Futter für ein modernes europäisches Klavierjazz-Trio, als das sich Stefan Heidtmann und seine Freunde hier die Ehre gaben.

Eröffnet wurde das ausverkaufte Hafenflair-Konzert mit „Under my Thumb“ und einer sehr dynamischen Version von „Angie“, bei der mit feinen Grooves und hohem Tempo das musikalische Thema locker und jazzig umtanzt wurde. Heidtmann: „Wir spielen von den Stones Adaptionen und keine Cover-Musik. Es sind auch nicht immer die Original-Akkorde, sondern es entsteht etwas Neues daraus.“

Heidtmann präsentierte sich dann bei „Ruby Tuesday“ auf dem wohlklingenden Bösendorfer-Flügel als Neo-Romantiker, der hier auch noch weitere Rock-Klassiker perfekt und inspiriert interpretierte. Zuletzt gab es ganz viel Beifall für ein starkes Trio, das aus den Songs der Rock-Rentner jazzmusikalische Juwelen gemacht hat.

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