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Duisburg ist Marktstadt mit langer Tradition

Mensch & Markt : Duisburg ist eine Marktstadt mit langer Tradition

Duisburg ist eine Marktstadt – mit langer Tradition. 59 Märkte pro Woche, 900 Marktbeschicker, 3000 Arbeitsplätze: Das zeigt die große wirtschaftliche Bedeutung der Wochenmärkte. Dabei leben sie von der Begegnung und dem sozialen Miteinander: Märkte werden von Menschen geprägt.

Anders als in anderen Städten werden die Wochenmärkte in Duisburg nicht vom Ordnungsamt organisiert – was durchaus für mehr Lebendigkeit und Vielfältigkeit sorgen kann. Darauf hatte zuletzt auch Wirtschaftsdezernent Andree Haack beim „Markttalk“ im Rahmen des „Big Bang Bauernmarkt“ am vergangenen Wochenende hingewiesen. Denn das macht die Märkte schon besonders. Und, gemessen an der Einwohnerzahl, hat Duisburg ein vergleichsweise große Zahl davon, wie auch Frank Willhausen vom Bundesverband Deutsche Frischemärkte hinwies.

In Duisburg gibt es insgesamt 30 Marktstandorte, die von der Frische Kontor Duisburg GmbH im Auftrag der Stadt betrieben werden. Und zwar in fast jedem Stadtteil. Eine Besonderheit ist der Marina-Markt zwischen April und Oktober im Innenhafen, denn der hat sich längst zu einem touristischen Anziehungspunkt entwickelt.

Rund 900 Marktbeschicker, meist aus dem Mittelstand oder Kleinhandel, stehen auf den Duisburger Wochenmärkten und bieten dort ihre Waren an. Zusammengerechnet ergeben sich daraus rund 25 Kilometer Waren pro Woche. Duisburg Kontor geht von insgesamt rund 3000 Beschäftigten aus, die an den Wochenmarkthandel gebunden sind.

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Märkte gibt es in Duisburg wohl schon seit vielen Jahrhunderten, offiziell wurde es dann vor mehr als 600 Jahren: Graf Adolf II. von Kleve verlieh Duisburg 1408 das „Wochenmarkt-Privileg“. Hauptsächlich spielte sich das Marktgeschehen auf dem Platz neben der Salvatorkirche ab. Die Haupttage waren damals der Freitag und der Samstag – was sich bis heute nicht grundlegend geändert hat.

Später verzeichnete der Corputius-Plan von 1566 auch noch den Flachsmarkt, den Rossmarkt und den Knüppelmarkt. Angeboten wurden im Mittelalter meist Vieh, Geflügel, Eier, Honig, Wachs, Holz, Felle, Gewebe. Heute liegt der Schwerpunkt auf regionalen Produkten wie Obst und Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren, Geflügel, Butter, Eier, Käse, Backwaren, Blumen und Pflanzen. Neben diesem klassischen Sortiment gibt es aber auch Stände mit Haushaltswaren, Stoffen, Gardinen, Textilien oder Schuhen.

Im frühen 14. Jahrhundert gab es in der Nähe des „Alten Marktes“ (hinter dem Rathaus, dass es damals natürlich noch nicht gab) sogar eine richtige Markthalle. Das Backsteingebäude war zwar nicht unterkellert, hatte dafür aber zwei Ebenen. Die Markthalle war so gebaut, dass Händler wie Kunden dort mit ihren Pferdeanhängern hineinfahren konnten.

Wichtig war die Halle vor allem für Waren, die vor Wind und Wetter, vor Regen oder praller Sonne geschützt werden musste, also zum Beispiel für Tuch, Fleisch und andere Frischwaren.

Auch die heute noch bestehenden Märkte in Duisburg haben eine langjährige Tradition. Duisburg Kontor zufolge sind viele der auch jetzt noch existierenden Wochenmärkte bereits Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert enstanden. Bestes Beispiel dafür ist das Treiben auf dem Altmarkt in Hamborn, wo bereits 1898 die ersten Händler ihre Waren zu regelmäßigen Terminen anboten. 1901 folgte dann der Markt in Rheinhausen. Der Wochenmarkt auf dem Willy-Brandt-Platz in Marxloh entstand ebenfalls zu dieser Zeit, während der Bruckhausener Wochenmarkt auf dem Heinrichplatz 1904 gegründet wurde. Ebenfalls im Kaiserreich entstand der Wochenmarkt Neumühl auf dem Hohenzollernplatz, der 1905 an den Start ging.

Häufig ergänzen die Märkte in den Stadtteilen das örtliche Einzelhandelsangebot, indem an den Ständen der Schwerpunkt auf die Dinge gelegt wird, die es in den stationären Geschäften in dieser Form nicht gibt. Märkte, davon ist man bei Duisburg Kontor überzeugt, haben in unserer Stadt eine Zukunft. Daran ändern auch Discounter und der Online-Handel nichts.

Was aber sind das eigentlich für Menschen, die Woche für Woche auf den Duisburger Märkten ihre Waren anbieten? Dem wollen wir in den kommenden Wochen in einer neuen Serie nachgehen (siehe Infobox).