Duisburg: Investoren für 6-Seen-Wedau gesucht

Großprojekt: Investoren für 6-Seen-Wedau gesucht

Beim Großprojekt „6-Seen-Wedau“ beginnt nun die Suche nach Investoren für die Realisierung des Nahversorgungs-Zentrums. OB-Sören Link fordert die Wiederbelebung der Pläne für die „Ratinger Weststrecke“.

Das größte innerstädtische Wohnentwicklungsgebiet in Nordrhein-Westfalen steht vor dem nächsten Schritt. Am Montag haben die für das Projekt „Sechs-Seen-Wedau“ verantwortlichen Akteure gemeinsam mit NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach bei einem Ortstermin in Wedau den Startschuss für das Investorenauswahlverfahren für das auf dem Nordteil der ehemaligen Bahnhofsfläche geplante Nahversorgungszentrum gegeben.

Das Zentrum soll erste Anlaufstelle für die bis zu 10.000 Neu-Duisburger sein, die künftig in dem neuen Stadtteil leben werden. Geplant ist in Wedau bekanntlich die Schaffung eines seenahen Wohnareals mit rund 3000 Wohneinheiten.

Sören Link (2 v. l.), Ina Scharrenbach, Ute Möbus, Bernd Wortmeyer  und Thomas Lennertz genossen vom Hubsteiger aus den Blick über das Areal. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Den Entwurf des Bebauungsplans für das 6-Seen-Wedau hat die Stadt bereits Ende Mai dieses Jahres vorgestellt und von Juli bis September offengelegt. Geht es nach Gebag-Chef Bernd Wortmeyer, der mit der Entwicklung der Fläche betraut ist, soll der Bebauungsplan in seiner Endfassung bis Mitte 2019 beschlossen werden. „Wir sind derzeit guter Dinge“, sagte Wortmeyer. „Wir rechnen damit, dass der Baubeginn bereits im Jahr 2020 erfolgen kann.“

Bis dahin hat aber zunächst die Bahnflächen-Entwicklungesellschaft (BEG) noch jede Menge zu tun. Die Gesellschaft betreut für die Deutsche Bahn, die Eigentümerin des Geländes ist, die vorbereitenden Baumaßnahmen. Außerdem koordiniert das Team um BEG-Geschäftsführer Thomas Lennertz die Zusammenarbeit mit den anderen Akteuren im „Projektteam 6-Seen-Wedau“. In den vergangenen Monaten hat sich die BEG um den Rückbau von insgesamt 45 Kilometern Schiene und die Beseitigung von rund 18.000 Beton- sowie rund 77.000 Holzbarken gekümmert. „Außerdem haben wir rund 540.000 Tonnen Schotter vom Gelände entfernt“, berichtet Lennertz. „So langsam nähert sich der Rückbau der Vollendung. Wir werden das Projekt jetzt nach und nach zur weiteren Entwicklung in die Hände der Gebag übergeben.“

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Lennertz nutzte den Minister-Empfang auf dem Gelände außerdem, um mit einigen Gerüchten rund um das Projekt aufzuräumen. „In einigen Gesprächen wurde immer wieder der Vorwurf laut, durch 6-Seen-Wedau würden sowohl Naherholungsfläche am Seeufer als auch Wasserfläche verloren gehen“, sagte Lennertz. „Dem ist aber nicht so. Tatsächlich werden wir in Zukunft rund 40.000 Quadratmeter Grünfläche am Seeufer haben. Aktuell sind es nur rund 24.000. Und auch der See wird durch die neue Uferbebauung nicht verkleinert.“

NRW-Bauministerin Scharrenbach betonte, dass die Landesregierung voll hinter der Flächenentwicklung im Duisburger Süden stehe. Die 2,7 Millionen Euro, die das Land bisher an Fördergeldern bereitgestellt habe, seien gut angelegtes Geld gewesen. „So eine Fläche binnen dreieinhalb Jahren zum Bebauungsplan zu führen, war eine hervorragende Leistung.“ Nur ein Mehr an Wohnungsbau trage dazu bei, die Miet- und Preisauftriebe in den Griff zu bekommen. Für sie sei 6-Seen-Wedau ein rundum spannendes Stadtentwicklungs- und Wohnbauprojekt.

Oberbürgermeister Sören Link nutzte die prominent besetzte Versammlung, um seiner Forderung nach der Wiederbelebung der „Ratinger Weststrecke“ Nachdruck zu verleihen. „Ich habe einen Wunsch“, sagte Link. „Diese Fläche mit ihrem enormen Potenzial braucht zwingend einen Bahnanschluss.“ Er sei zuversichtlich, dass die Projektgruppe, die schon bis jetzt so hervorragende Arbeit geleistet habe, auch in diesem Punkt eine sinnvolle Lösung finde.

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