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Duisburg: Innenminister Reul bei Wasserschutzpolizei

Innenminister zu Besuch : Neue Boote für die Wasserschutzpolizei

NRW-Innenminister Herbert Reul war am Mittwochmorgen bei der Wasserschutzpolizei in Duisburg zu Gast. Mit im Gepäck: neue Einsatzmittel für die Beamten.

Die Landesregierung investiert weiter in die Wasserschutzpolizei in NRW. Das teilte Innenmister Herbert Reul am Mittwochmorgen am Hauptsitz der Behörde in Duisburg-Ruhrort mit. In den kommenden drei Jahren werden vier neue Boote im Wert von fünf Millionen Euro angeschafft. Jeweils zwei Kanalstreifen- und zwei Rheinstreifenboote kommen zur Flotte hinzu. Letztere sind mit über 17 Meter Länge deutlich größer als Kanalstreifenboote und werden – wie es der Name schon verrät – bei Einsätzen auf Deutschlands größtem Fluss eingesetzt.

„Die künftigen Einsatzboote verfügen über neueste Technik und werden die Schlagkraft der Wasserschutzpolizei in Nordrhein-Westfalen verbessern“, sagte Reul. Die Rheinstreifenboote sind für eine Drei-Mann-Besatzung ausgelegt und werden von zwei PS-starken Maschinen angetrieben. Auf den kleineren Kanalstreifenbooten finden zwei Beamte im Einsatz Platz. „Unsere Boote sind schwimmende Dienststellen“, erklärte Carsten Rodehüser, Vertreter der Direktion Wasserschutzpolizei NRW, die Vorzüge seiner Fahrzeuge. „An Bord können alle Tätigkeiten wie an Land erledigt werden.“

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Mit den Neuanschaffungen hat die Wasserschutzpolizei NRW dann 28 Boote in Betrieb – darunter auch ein großes Ausbildungsboot, das neben drei weiteren Booten in Duisburg ankert. Stand jetzt, sei nicht geplant, die neuen Einsatzmittel nach Duisburg zu holen, erläuterte Polizeipräsidentin Elke Bartels. „Die Boote werden je nach Bedarf eingesetzt, und zwar dort, wo ältere Boote ersetzt werden müssen.“ Das sei zum Beispiel zunächst in Köln der Fall. Innenminister Reul weiß um den Bedarf an neuen Schiffen, schloss weitere kurzfristige Investitionen in die Flotte aber aus.

Die Struktur der nordrhein-westfälischen Wasserschutzpolizei steht ebenfalls auf dem Prüfstand. „Es soll zukünftig weniger Standorte geben“, verriet der Innenminister. Bislang kümmern sich Polizeibeamte landesweit an 15 Standorten um die Kontrolle und Regelung des Schiffsverkehrs sowie die Überwachung von Umweltvorschriften. Alleine am Rhein befinden sich sechs dieser Standorte. „Die Wasserschutzpolizei ist landesweit für alle Wasserstraßen und Gewässer zuständig“, sagte Rodehüser. Addiert fallen knapp 900 Kilometer in den Zuständigkeitsbereich der 275 Beamten der Wasserschutzpolizei.

Bei seinem Besuch in Duisburg inklusive der Besichtigung zweier Boote und einer kurzen Hafenrundfahrt betonte Innenminister Reul, wie wichtig die Arbeit der Wasserschutzpolizei ist. „Es gibt viele Wasserwege in NRW“, sagte der 65-Jährige. „Die Beamten schützen nicht nur und retten Leben, sondern erledigen eine breite Palette an Aufgaben.“ Welche Tätigkeiten die Wasserschutzpolizei tatsächlich ausübt, das hob Rodehüser in einem Vortrag hervor. Den Großteil der Arbeit machten Schiffskontrollen vor allem von Rheinfrachtern mit Gütern aus. Im Jahr 2017 seien über 12.000 Schiffe unter die Lupe genommen worden.

Neben der Gefahrenabwehr und dem Nachgehen von Straftaten habe die Wasserschutzpolizei ein „einzigartiges Aufgabenpaket“. Dazu zählen: Die Überwachung von Technik, Besatzung, Abfall und Arbeitszeiten, die Überwachung des Transports und des Umschlags von gefährlichen Gütern oder der Einsatz bei Schiffsunfällen. „In diesem Jahr gab es bereits 100 Unfälle auf dem Wasser“, sagte Rodehüser. „Schiffsunfälle mit vielen Verletzten kommen aber zum Glück sehr selten vor.“ Neu hinzugekommen seien laut Bartels „erhöhte Sicherheitsvorschriften“ für Schiffe, die theoretisch die Gefahr eines terroristischen Anschlags mit sich bringen. „Boote müssen sich an einem fixen Punkt anmelden und die Papiere sowie die Ladung werden streng kontrolliert.“

Im Sommer und bei hohen Temperaturen ist die Wasserschutzpolizei besonders gefordert. Schwimmen im Rhein sei ein großes Thema, sagte Rodehüser. „In diesem Jahr fanden wir bereits 22 Tote im Wasser. Bei einem Teil davon konnten wir einen Badeunfall nachweisen.“ Im Sommer würden Beamte verstärkt Streife zu Land und zu Wasser fahren, um Schwimmer zu warnen. Auch Niedrigwasser sei ein Problem, das sich stark auf die Binnenschifffahrt auswirke. „Die Schiffe haben dann weniger Ladung an Bord, weil sie leichter sein müssen.“ Zudem sei die Wasserstraße enger, so dass Schiffe weniger zur Seite ausweichen könnten.

(jlu)