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Duisburg-Hüttenheim: Thyssenkrupp will Werk verkaufen - 800 Arbeitsplätze betroffen

Auch Schließung möglich : Thyssenkrupp will Werk in Duisburg verkaufen - 800 Arbeitsplätze betroffen

Thyssenkrupp will ein Werk im Duisburger Stadtteil Hüttenheim verkaufen. Auch eine Schließung ist nicht ausgeschlossen. Mehr als 800 Stellen wären davon betroffen.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp plant, das Grobblechwerk in Duisburg-Hüttenheim bis Ende Juni 2020 zu verkaufen. Falls es keinen Käufer gebe, drohe dem Werk sogar die Schließung. Diese Entscheidung wurde am Donnerstagabend verkündet und ist Teil der Stahlstrategie 2030. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hatte zuerst darüber berichtet.

Mehr als 800 Arbeitsplätze wären von den Folgen der Entscheidung betroffen, wie Personalvorstand und Arbeitsdirektor Oliver Burkhard der IG Metall und Betriebsräten mitteilte.

Als Reaktion auf die Planung legten rund 300 Mitarbeiter spontan ihre Arbeit am Standort nieder. Der Betriebsratsvorsitzende Mehmet Göktas holte Kollegen vor das Werkstor. Zudem wurde am Donnerstagabend ein Flugblatt von der IG Metall verschickt. Dieses trägt den Titel: „Vorstand verlangt harte Einschnitte.“

Betriebsbedingte Kündigungen sind für die nächsten drei Jahre ausgeschlossen. Tarifvertragliche Leistungen wie freie Tage und Geld sollen allerdings wegfallen. Die Gewerkschaft verlangt eine Arbeitsplatzsicherung für alle Mitarbeiter des Werks. Personalvorstand Oliver Burkhard zeigte Verständnis für die Enttäuschung in Hüttenheim. Mit der neuen Option, einen Verkauf bis Ende Juni zu prüfen, schaffe der Konzern aber die nötige Klarheit.

Thyssenkrupp steckt weiterhin tief in den roten Zahlen fest. Der Konzern hat in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres mit einem Nettoverlust von 372 Millionen Euro bereits ein höheres Minus eingefahren als im gesamten Vorjahr. Die Verschuldung ist kräftig gestiegen, das Eigenkapital nahezu aufgebraucht. Für das Gesamtjahr rechnen die Essener mit einem deutlich schlechteren Ergebnis als 2018/19, bei dem am Ende ein Fehlbetrag von 260 Millionen Euro zusammengekommen war. Die Stahlsparte lieferte einen Verlust von 164 Millionen Euro, im Vorjahresquartal hatte noch ein kleiner Gewinn von 38 Millionen Euro zu Buche gestanden.

(maxi/mba)