Duisburg: Hoffnung für Bistumsschulen

Kirchliche Gymnasien: Schulen: Bistum ist gesprächsbereit

Zuletzt gab es massive Proteste gegen die bekannt gewordenen Pläne des Bistums Essen, die Trägerschaft für zwei Duisburger Gymnasien aufzugeben. Nun laufen offenbar konstruktive Gespräche zwischen Stadt und Kirche.

In einem offenen Brief hatte vor einigen Wochen der Duisburger Katholikenrat das Bistum Essen wegen seiner Pläne kritisiert, wonach die Kirche die Trägerschaft für das Abtei-Gymnasium in Hamborn und das St. Hildegardis-Gymnasium in der Innenstadt aufgeben wird. Diesem Protestschreiben schloss sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Duisburg an (die RP berichtete). Nach langem offiziellen Schweigen hat das Bistum jetzt reagiert.

Katholikenrat und BDKJ hatten darauf hingewiesen, dass die beiden konfessionellen Schulen ein wichtiger Teil der Duisburger Schullandschaft seien. Die in den beiden katholischen Gymnasien vermittelten Werte seien wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Bildung. Mit ihren großen Schülerzahlen erreichten die katholischen Schulen weit mehr junge Menschen als viele andere Institutionen. BDKJ und Katholikenrat appellierten gemeinsam an das Bistum Essen, seiner gesellschaftlichen Verantwortung in der Bildung nachzukommen. Beklagt wurde von den Duisburger Katholiken damals auch die mangelnde Kommunikation von Seiten des Bistums.

Genau das scheint sich mittlerweile gebessert zu haben. Vor wenigen Tagen hat die Katholische Stadtkirche ein Gespräch mit dem Bischöflichen Generalvikar Klaus Pfeffer und dem Leiter der Hauptabteilung Pastoral und Bildung, Markus Potthoff, geführt. Duisburgs Stadtdechant Roland Winkelmann und Daniel Wörmann, Vorsitzender des Duisburger Katholikenrats, bewerten dieses Gespräch als produktiv. Der Generalvikar habe betont, dass das Bistum Essen sich der Bedeutung der Schulen in kirchlicher Trägerschaft sehr bewusst sei und mit den kirchlichen Schulen auch in Zukunft einen Schwerpunkt setzen möchte. Allerdings sei in dem Gespräch auch deutlich geworden, dass das Bistum sich mittelfristig nicht in der Lage sieht, die Trägerschaft aller Schulen in einer Weise aufrecht zu erhalten, die den aktuellen hohen Qualitätsansprüchen genügt. Deshalb suche das Bistum jetzt in Gesprächen mit Politik und Verwaltung nach Unterstützung und Lösungen.

Diese Gespräche zwischen Stadt und Kirche sind in Duisburg inzwischen angelaufen. Das bestätigte Dezernent Thomas Krützberg gestern im Schulausschuss. Dort hatte die CDU zur Diskussion um die beiden kirchlichen Gymnasien folgende Anfragen gestellt: „1. Gab es oder gibt es Gespräche zwischen der Stadt Duisburg und dem Bistum Essen zwecks Übernahme der Schulstandorte durch die Stadt? 2. Wie hoch wären die eventuellen Kosten für die Stadt, und zu welchem Zeitpunkt soll eine solche Übernahme erfolgen?“

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Die Stadt sei, so Krützberg, interessiert daran, dass das Abtei-Gymnasium und das St. Hildegardis-Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft bleiben. Zurzeit laufen Verhandlungen zwischen Stadt und Bistum, wie diese grundsätzliche Trägerschaft durch das Bistum auch weiterhin geleistet werden kann. Über zukünftige Kostenverteilungen wollte und konnte Krützberg im Ausschuss nichts sagen. Immerhin ließ er im Gespräch mit der RP durchblicken, dass die aktuellen Verhandlungen über eine angestrebte Fortführung der kirchlichen Trägerschaft Anlass zu mehr Optimismus geben als es noch vor einigen Monaten der Fall gewesen sei.

Stadtdechant Winkelmann und Katholikenratsvorsitzender Wörmann weisen angesichts dieses Verhandlungsstands nochmals auf die Bedeutung des Abtei-Gymnasiums und des St. Hildegardis-Gymnasiums für Duisburg hin. Sie schreiben: „Wir setzen mit den katholischen Schulen nicht nur sichtbares Zeichen für unsere gesellschaftliche Verantwortung, sondern schaffen mit den kirchlichen Schulen auch wichtige Berührungspunkte mit Kirche. Zieht das Bistum sich hier zurück, brechen Kontakte weiter ab. Gerade deshalb ist es wichtig, dass das Bistum offen über die Gesamtsituation berichtet. Es gilt, die Menschen zu informieren, zu beteiligen und gemeinsam mit Verantwortungsträgern langfristige Lösungen zu entwickeln.“

Versöhnlich zeigen sich Winkelmann und Wörmann gegenüber der Kommunikationspolitik des Bistums, die zuvor kritisiert worden war. Sie schreiben: „Wir begrüßen sehr, dass das Bischöfliche Generalvikariat im Anbetracht der aktuellen Situation den Dialog mit den Vertretern der Stadtkirche gesucht hat und offen über die Herausforderungen in Bezug auf die Trägerschaft von Schulen berichtet hat.“