Duisburg: Hickhack um soziokulturelles Zentrum geht weiter

Wunschlösung steht wohl nicht zur Verfügung : Hickhack um soziokulturelles Zentrum geht weiter

Die von der Initiative „DU erhält(st) Kultur“ präferierte Alte Feuerwache in Hochfeld steht wohl doch nicht zur Verfügung.

Eigentlich schien das Projekt „Soziokulturelles Zentrum in Duisburg“ nach Verabschiedung des Kulturentwicklungsplans (KEP) Ende 2016, der dazugehörigen Kulturkonferenz und der Veranstaltung „Soziokultur in Duisburg“ (die RP berichtete) auf einem guten Weg – eigentlich. Selbst die Einladungsunterlagen zum Pressegespräch am Dienstag von der mit diesem Projekt seit Jahren beschäftigten Initiative „DU erhält(st) Kultur“ zugunsten der Alten Feuerwache in Hochfeld ließen eigentlich keinen anderen Schluss zu – eigentlich.

Die Forderung vor allem der freien Kulturszene nach einem soziokulturellen Zentrum in Duisburg ist nicht neu: Einst gab es das Eschhaus (bis 1987) und später das Hundertmeister (bis 2011). Die erstgenannte Räumlichkeit wurde abgerissen, die zweitgenannte einer kommerziellen Nutzung überführt. Auch die Alte Feuerwache in Hochfeld (ab 2005) war als soziokulturelles Stadtteilzentrum gedacht und als solches vom Land gefördert worden. Doch nach der Pleite des in diesem Sinne agierenden Gründungsvereins 2011, gab es keinen gemeinnützigen Betreiber mehr dort. Die Quittung kam im Dezember 2016: Die Stadt muss 2,1 Millionen Euro an Fördermitteln an das Land zurückzahlen. Deshalb hat sich die besagte Initiative dafür ausgesprochen, dass zumindest die halbjährliche Erprobungsphase in der Alten Feuerwache durchgeführt werden soll. Dieser Idee konnte sich Duisburgs Kulturdezernent Thomas Krützberg im vergangenen September durchaus anschließen.

In den vorgestern verteilten Presseunterlagen befand sich ein höchst lesenswertes „Konzept für den erprobenden Betrieb eines Soziokulturellen Zentrums im Zeitraum April bis September 2019“. Darin war als Umsetzungsort die Hochfelder Feuerwache genannt. Auch Gelder für das Erprobungsprojekt hat die agile Initiative inzwischen akquiriert: 23.000 Euro an Bundesmitteln vom Fonds Soziokultur in Bonn und 5000 Euro an Landesmitteln von der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus betreibt sie seit Dezember finanziert durch Spenden und Eigenmittel das interkulturelle Ladenprojekt „47“ auf der Münzstraße in der Duisburger Altstadt.

Dort stellte sich nun für die Medienvertreter überraschenderweise heraus, dass die Alte Feuerwache wohl weder als Erprobungsort 2019, noch als Dauerstandort ab 2020 zur Verfügung steht. Mit dieser völlig unerwarteten Aussage habe Krützberg im November die mit jeweils sechs Vertretern der Stadt und der freien Duisburger Kulturszene besetzte „Ermöglichungsgruppe“ konfrontiert, sagte Stefan Schroer vom Lokal Harmonie für die Initiative. Außerdem sei die personelle Zusammensetzung der städtischen Seite der Ermöglichungsgruppe nicht zielführend. So fehle die Gebag, das Stadtentwicklungsdezernat und das Ordnungsamt, kritisiert Luise Hoyer von „Kultursprung“ für die Initiative. Nächste Woche soll es ein Treffen des Gremiums geben – „aber nur, wenn ein Vertreter des Eigentümers der Feuerwache dabei ist, die Gebag nämlich“, so Schroer.