Kricke-Ausstellungen „Dynamisch, reizbar, einnehmend“ – und ein Ausnahmekünstler

Duisburg · Zur Würdigung der Werke von Norbert Kricke haben drei Duisburger Museen Einzelausstellungen konzipiert. Zur Vernissage im Museum Küppersmühle war auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst gekommen.

 NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bei seinem Grußwort vor weit mehr als 200 Besuchern anlässlich der Vernissage im MKM.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bei seinem Grußwort vor weit mehr als 200 Besuchern anlässlich der Vernissage im MKM.

Foto: Olaf Reifegerst/Olaf Reifegerste

Am kommenden 30. November wäre der deutsche Bildhauer Norbert Kricke hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass würdigen die drei Duisburger Kunstmuseen – das Museum Küppersmühle (MKM), das Lehmbruck Museum und das Museum DKM – bis ins nächste Jahr noch hinein den Ausnahmekünstler und ehemaligen Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie mit jeweiligen Einzelausstellungen dessen künstlerisches Lebenswerk (die RP berichtete).

Rund 40 Kricke-Plastiken aus drei Jahrzehnten stellt das MKM unter dem Titel „Bewegung im, Raum“ im Oberlichtsaal seines Neubaus aus. Dazu werden zahlreiche grafische Arbeiten gezeigt bis hin zu dessen letzten Zeichnungen, den sogenannten „Schlussstrichen”.

Die MKM-Ausstellung, die seit Donnerstag läuft und bis zum 31. März des nächsten Jahres noch zu sehen ist, ehrt Kricke als Ausnahmekünstler, „der der Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland wegweisende Impulse vermittelt hat und dessen Werke bis heute nichts an Dynamik verloren haben“, betonte Museumsdirektor Walter Smerling in seiner Begrüßung am Donnerstagabend auf einer (fast schon) überfüllten Vernissage.

Fünf Redner, darunter neben Smerling, der Bildhauer Anthony Cragg und NRW-Ministerpräident Hendrik Wüst, waren dazu angekündigt. Cragg, wie Kricke, früher selbst Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, beschrieb ihn als „dynamische, reizbare und einnehmende Persönlichkeit“, und bezog sich dabei auf die einstige künstlerische und persönliche Auseinandersetzung zwischen Kricke und Joseph Beuys in der Kunstakademie.

Ohne dazu in irgendeiner Weise inhaltlich Stellung nehmen zu wollen, sei Kricke für Cragg, der ihn 1979 ermutigte, sich um das Düsseldorfer Rektorat zu bewerben, „ein bedeutender Künstler, der seinen Platz in der Kunstgeschichte gefunden hat“.

Ähnlich äußerte sich Ministerpräsident Wüst über den Ausnahmekünstler, der vor allem durch seine außergewöhnlichen figurativen Arbeiten und herausragenden Raumplastiken weltweites Aufsehen erlangte und damit den Blick auf Nordrhein-Westfalen in Sachen Kunst warf. „Mit dieser Ausstellung unterstreicht NRW erneut seinen Anspruch, Kunstland zu sein“, hob Wüst hervor.

Das Lehmbruck Museum zeigt dagegen seit gestern bis zum 7. Mai des nächsten Jahres zehn Skulpturen und zwanzig Grafiken in einer Studioausstellung, um das facetten- und umfangreiche Werk des Rheinländers Kricke gebührend zu würdigen.

Ebenfalls bis 7. Mai geht die Kunstschau Krickes im Museum DKM. Seit der Eröffnung sind in der ständigen Sammlung zwei Räume seinem Werk gewidmet. In unveränderter Form präsentieren sie bis heute 20 Zeichnungen und zwei Bildhauermodelle.

Darüber hinaus werden weitere, bisher nicht gezeigte Zeichnungen aus dem großen Sammlungsbestand des DKM gezeigt sowie eine frühe figürliche Plastik, die das Norbert Kricke Archiv in Berlin für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung stellt.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort