Nach Problemen bei Finanzierung Helios kauft beide Malteser-Kliniken in Duisburg

Duisburg · Die Krankenhäuser St. Anna in Huckingen und St. Johannes-Stift in Homberg arbeiten künftig unter neuer Trägerschaft. Die Zustimmung des Kartellamts steht noch aus. Die Malteser wollen sich nun auf andere Aktivitäten konzentrieren.

 Das Malteser Krankenhaus St. Johannes-Stift in Homberg soll zukünftig der Helios-Kliniken-Gruppe gehören.

Das Malteser Krankenhaus St. Johannes-Stift in Homberg soll zukünftig der Helios-Kliniken-Gruppe gehören.

Foto: Malteser

Bereits im vergangenen Jahr haben die Malteser angekündigt, mehrere ihrer Kliniken in Deutschland verkaufen zu wollen, nun ist klar, welche Häuser betroffen sind – und wer sie übernimmt. In Duisburg sollen die Krankenhäuser St. Anna und St. Johannesstift zukünftig unter der Trägerschaft der Helios-Kliniken-Gruppe stehen. Das haben beide Seiten am Donnerstag mitgeteilt. Das Kartellamt muss dem Kauf allerdings noch zustimmen.

Der Gesundheitskonzern Fresenius, zu dem Helios gehört, unterhält mit der St. Johannes Klinik und der Marienklinik bereits zwei Krankenhäuser in der Stadt. Der Vorsitzende der Helios Health, Dr. Francesco De Meo, sagte: „Zusammen mit unseren schon bestehenden Einrichtungen werden wir den Menschen in dieser Region künftig noch bessere, auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Versorgungsangebote machen können, bei denen ambulante und stationäre Behandlung eng Hand in Hand gehen.“

Helios erwirbt im gleichen Zug auch das Malteser Krankenhaus St. Josef in Krefeld. Insgesamt arbeiten an alle drei Standorten der Malteser rund 2000 Mitarbeiter. Für sie wird es, zumindest ist das der Plan, weitergehen wie zuvor, nur unter einer neuen Trägerschaft. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kolleginnen und Kollegen, die unser Team in Nordrhein-Westfalen verstärken werden“, sagte De Meo am Donnerstag. Eine Sprecherin erklärt, man wolle die Häuser erstmal kennenlernen, bevor über die Zukunft entschieden wird.

Hintergrund des Verkaufs waren Probleme bei der Finanzierung des Krankenhausbetriebs in Duisburg. „Die Vergütungen und die staatlichen Fördermittel haben nicht mehr ausgereicht“, sagt ein Sprecher von Malteser. Helios will zur Finanzierung auf ihr großes Netzwerk zurückgreifen. „Auch werden die Klinikstandorte in Huckingen, Homberg und Uerdingen künftig von den Strukturen, Preisen und der Logistik des Helios-Netzwerks profitieren“, sagt eine Sprecherin.

Insgesamt sollen sechs Krankenhäuser der Malteser in Deutschland verkauft werden, betroffen sind auch Einrichtungen in Sachsen und in Köln. Der Schritt war lange abzusehen. 2019 kündigte der katholische Orden an, sich zukünftig mehr auf den Geschäftsbereich „Wohnen und Pflege“ konzentrieren zu wollen.

Karl Prinz zu Löwenstein, Generalbevollmächtigter der Malteser Deutschland, sagte damals: „Um die langfristige Fortführung der etablierten Akutkrankenhäuser auf hohem medizinischen und pflegerischen Niveau sicherzustellen, beabsichtigen wir schweren Herzens unser Engagement im Krankenhausbereich zu reduzieren und für unsere Akutkrankenhäuser im Rheinland und in Sachsen einen neuen Eigentümer zu finden.“

Das Malteser Klinikum Duisburg besteht aus zwei Standorten, einer in Huckingen, der andere in Homberg. 2019 wurden 25.000 Patienten behandelt wurden. Schwerpunkte sind die Allgemeine Chirurgie, Innere Medizin, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sowie Geriatrie.

Fresenius ist der größte private Krankenhausbetreiber in Deutschland und behandelt rund 5,6 Millionen Patienten im Jahr. Der Konzern profitiert von der Konzentration der Kliniklandschaft, wo viel Kostendruck herrscht. Zudem ist Helios über die Tochter Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika aktiv.

Anmerkung: In einer früheren Version hatten wir geschrieben: „Insgesamt haben die Malteser sechs Krankenhäuser in Deutschland an Helios verkauft, betroffen sind auch Einrichtungen in Sachsen.“ (Fünfter Absatz)

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