Duisburg: Heiteres Neujahrskonzert

Gelungenes Neujahrskonzert: Fröhlicher Konzertstart ins Neue Jahr

Das traditonielle Neujahrskonzert der Duisburger Philharmoniker war diesmal besonders unterhaltsam.

Das alljährliche Neujahrskonzert der Duisburger Philharmoniker in der Philharmonie Mercatorhalle, in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker e.V., beleuchtet seit vielen Jahren die eher heitere, ja unterhaltsame und manchmal sogar skurrile Seite der klassischen Musik. In diesem Jahr war es besonders lustig.

Ein besonderer Pluspunkt war dabei die fröhliche Spielfreude der Solistin: Die junge israelische Sopranistin Gan-ya Ben-gur Akselrod sang, pardon: verkörperte insgesamt fünf Nummern, von dem Walzerlied der Hortense „Geh‘n wir ins Chambre séparée“ aus der Operette „Ein Opernball“ von Richard Heuberger über die Arie der Cunegunde „Glitter and be gay“ aus dem Musical „Candide“ von Leonard Bernstein bis zu jener Arie der Thérèse „Non, Monsieur mon mari“ aus der Oper „Les mamelles de Tirésias“ von Francis Poulenc, in der aus Therese allmählich Teiresias wird, wobei ihr Gatte - hier war das aus dem Hintergrund der Bühne der philharmonische Schlagzeuger Christoph Lamberty (an seinem Geburtstag) - immer weiter ruft: „Gib mir Speck!“

Der launig moderierende Gastdirigent Christoph Altstaedt schaffte die kuriosesten Überleitungen zwischen den neun Orchesterstücken. Das begann noch recht harmlos mit der Torfanfare von Eintracht Frankfurt, pardon: der Ouvertüre zur Operette „Leichte Kavallerie“ von dem vor 200 Jahren geborenen Franz von Suppé, steigerte sich mit dem „Sandpaper Ballet“ von Leroy Anderson mit den philharmonischen Schlazeugern Lamberty, Rafael Sars und Kersten Stahlbaum als solistische „Handwerker“ im Blaumann bis zu „A Grand, Grand Overture“ op. 57 von Malcolm Arnold mit allem, was Krach macht, darunter Gan-ya Ben-gur Akselrod, Philharmoniker-Volontärin Laurina Bleier, Orchestermanager Martin Schie (an seinem letzten Arbeitstag vor der Pensionierung) und nicht zuletzt Philharmonie-Intendant Alfred Wendel als „Putzkolonne“ an Staubsaugern.

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Duisburgs Kulturdezernent Thomas Krützberg würdigte im Anschluss an diese witzige Einlage Martin Schies jahrzehntelange Verdienste um die Duisburger Philharmoniker, zunächst als renommierter Solo-Oboist und in den vergangenen vier Jahren als Geschäftsführer des Orchesters. Vom Publikum bekam Martin Schie einen Riesenbeifall zum Abschied. Wenige Tage zuvor war übrigens Johanna Schie, Ehefrau von Martin Schie, als Leiterin der Musik- und Kunstschule ebenfalls in den Ruhestand verabschiedet worden.

Nach Abschluss des ausgedruckten Programms waren natürlich noch besonders krachende Zugaben fällig. Es waren der Champagner-Galopp von dem „dänischen Johann Strauß“ Hans Christian Lumbye, dem Schwips-Lied („Mir ist auf einmal so eigen zumute“ auf die Annen-Polka) von Johann Strauß (Sohn), gleichfalls mit einer entsprechenden Flasche, und der unvermeidliche Radetzky-Marsch von Johann Strauß (Vater).

Besonders eindrucksvoll war nicht zuletzt, dass sich Dirigent Christoph Altstaedt im zweiten Teil des überaus gelungenen Neujahrskonzerts an die Schreibmaschine setzte und höchstpersönlich bei Leroy Andersons „The Typewriter“ die Tasten zum rhythmisch-melodischen Klappern brachte.

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