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Duisburg: Hafen will China-Geschäft ausbauen - Vergrößerung von Logport VI geplant

Vergrößerung von Containerterminal geplant : Duisburger Hafen will Geschäft mit China ausbauen

Der Duisburger Hafen hatte 2018 mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Vor allem die anhaltende Niedrigwasserperiode im vergangenen Jahr sorgte für Probleme. Trotzdem legte Hafenchef Erich Staake jetzt ein solides Zahlenwerk vor.

Duisports neues Containerterminal Logport VI in Walsum soll offenbar deutlich größer werden als bislang bekannt. Das machte Hafenchef Erich Staake am Mittwoch am Rande der Bilanzvorstellung für das zurückliegende Jahr deutlich. Obwohl die vorhandenen 40 Hektar Fläche noch nicht zur Gänze vermarktet sind, steht der Hafen demnach bereits in Verhandlungen für eine Erweiterung des Areals um weitere 15 Hektar. Nach einem vor allem durch eine anhaltende Niedrigwasserperiode getrübten Geschäftsjahr 2018 soll die Hafenerweiterung neben dem Chinageschäft des Unternehmens in den kommenden Jahren den Grundstein für ein weiterhin gesundes Wachstum des Unternehmens bieten, von dem in der Region rund 47.000 Arbeitskräfte direkt und indirekt abhängig sind.

„Die Rückbauarbeiten auf dem 40 Hektar großen Areal der ehemaligen Papierfabrik sind weitgehend abgeschlossen“, sagte Staake. „Auch bei der Vermarktung der Flächen kommen wir gut voran. Wir sind da in intensiven Gesprächen. Unter anderem mit einem weltweit tätigen Konzern.“ Ziel sei es nach wie vor, auf dem Gelände am Ende 600 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Was die Gesamtbilanz angeht, ist man bei Duisport angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr zufrieden. Der Umsatz stieg um 11,6 Prozent auf nun 278 Millionen Euro. Auch das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich um rund 4,9 Prozent auf 42,5 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss lag 2018 bei 12,2 Millionen Euro (plus 4,3 Prozent). Staake mahnte angesichts dieser Zahlen allerdings vor Euphorie. „Globale Entwicklungen haben im ersten Quartal 2019 bereits auf die Zahlen gedrückt. Außerdem gibt es weitere Unwägbarkeiten wie den Brexit oder den Rheinpegel, der bereits im vergangenen Jahr negative Auswirkungen auf unser Geschäft hatte.“ Vor diesem Hintergrund seien die vorliegenden Geschäftszahlen „ein vermutlich nur schwer wiederholbarer Erfolg“. Die Erfolge 2018 seien erheblich von den Unternehmensbeteiligungen Duisports beeinflusst gewesen.

Die sogenannte neue Seidenstraße beginnt im chinesischen Wuhan und endet in Duisburg. Foto: DPA-Grafik

Wie schwierig das Geschäftsumfeld für Duisport im vergangenen Jahr gewesen ist, wird an drei Punkten ersichtlich. Zum einen war der Güterumschlag des Hafens zum ersten Mal seit Jahren rückläufig. Mit 127,5 Millionen Tonnen wurden drei Prozent weniger Güter über den Duisburger Hafen abgewickelt als noch im Jahr zuvor. „Durch den niedrigen Rheinpegel war der Güterverkehr auf dem Wasser im vergangenen Jahr über Wochen und Monate erheblich gestört“, sagte Staake. Hinzu seien Engpässe auf der Straße gekommen. Die Logistiker hätten zudem Schwierigkeiten gehabt, Lkw-Fahrer zu finden. Deshalb sei es schwer gewesen, Verkehre vom Wasser auf die Straße umzulenken.

Zweiter wichtiger Punkt waren zum Teil unbefriedigende Entwicklungen beim Güterverkehr auf der Schiene. Zwar sei das Chinageschäft auf nun rund 6300 abgefertigte Züge pro Jahr angestiegen, die auf der sogenannten Neuen Seidenstraße unterwegs gewesen seien. Es fehle allerdings vor allem im europäischen Bereich an Verlässlichkeit, was Abfertigungs- und Transportzeiten angehe, so Staake. Über Duisburg würden heute bereits 30 Prozent des europäischen Güterhandels per Zug abgewickelt. Durch Probleme bei der Zugabfertigung und der Auslastung des Streckenteilstücks zwischen der weißrussisch-polnischen Grenze und Duisburg komme es aber immer wieder zu Verzögerungen, die es den Kunden erschweren könne, Lieferfristen einzuhalten. Deshalb will der Hafen sich nun in Weißrussland an einem Konsortium beteiligen, dessen Ziel es ist, die Verlässlichkeit zu steigern sowie Transportzeit der Chinazüge perspektivisch von aktuell rund 14 auf zehn Tage zu reduzieren. „Wir glauben, dass wir den Transportweg über die Schiene so auch für weitere Kundenkreise attraktiver machen können“, sagte Staake.

Drittes Ärgernis war und ist das aus Staakes Sicht unfaire Subventionsgebahren, mit dem große Seehäfen wie Rotterdam derzeit versuchen, Güterverkehre die sonst in Binnenhäfen wie Duisburg umgeschlagen wurden, im eigenen Hinterland selbst abzuwickeln. „Wir sehen da einen Eingriff in die Regeln des Europäischen Binnenmarktes“, sagte Staake. „Da werden im Umland von Rotterdam aus unserer Sicht unrentable Direktverbindungen zum Beispiel mit Wien geschaffen und zu unseren Lasten subventioniert. Da werden wir nicht nur daneben stehen und zusehen.“ Der Hafen prüfe derzeit rechtliche Schritte. Sie sollen möglichst „zeitnah“ erfolgen.