Duisburg: Hackedicht-Schultour mit Eisi Gulp am Albert-Einstein-Gymnasium

Hackedicht-Schultour: Auf der Suche nach den Glücksgefühlen

Suchtprävention ohne erhobenen Zeigefinger: Eisi Gulp gab am Mittwoch im Rahmen der „Hackedicht-Schultour“ auf der Bühne in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums sein Bestes.

Wie warnt man Jugendliche vor den Gefahren von Alkohol, Zigaretten und anderen Drogen? Eltern und Lehrer stoßen da gerade bei pubertierenden Kindern schon mal an ihre Grenzen. André Hümbs und Rudi Ruschinski, Lehrer des Albert-Einstein-Gymnasiums, entwickelten die Idee, die „Hackedicht-Schultour“ der Knappschaft ans AEG zu holen. Im Mittelpunkt steht dabei der bekannte Schauspieler und Kabarettist Eisi Gulp, eine echte „Rampensau“.

Ihm gelang es, auch ohne erhobenen Zeigefinger zu informieren, aufzuklären oder auch nur nachdenklich zu machen. „Ich habe nicht nachgezählt, aber es ist bestimmt das 200. oder 250. Mal, dass ich mit diesem Programm auftrete – und jedes Mal ist es anders. Gestern war ich bei einem Auftritt an einem Berufskolleg. Das ist etwas völlig Anderes als wie hier vor Gymnasiasten“, sagte er vor seinem Gastspiel am AEG. Plastisch führte er den 15- und 16-jährigen Schülern der Jahrgangsstufe EF vor, dass die Grenze zwischen Coolsein und lächerlichem Gehabe ein schmaler Grat sein kann. Er analysierte treffend, wie Menschen abhängig werden können. Am Anfang, so Eisi Gulp, stehe häufig die Suche nach dem „angenehmen Gefühl der Hemmungslosigkeit und nach Glücksgefühlen“. Um nicht zu lange zu monologisieren, bezog er die Schüler mit ein. Gleich zu Beginn fragte er einen Jugendlichen: „Warum bist Du hier?“. Antwort: „Um zu lernen.“ Gulp: „Von mir? Na dann – viel Glück!“

Zu lernen gab es aber trotzdem genug. Zum Thema Rauchen meinte Gulp: „Und am Ende bleiben zwei Aschenbecher, die sich gegenseitig knutschen.“ Dabei gab er sich keineswegs als Moralapostel oder Spaßbremse.: „Ich bin ein Genussmensch“, sagt er von sich selbst. Schon gar nicht ging es darum, Jugendliche zu verteufeln. Es gebe 950 bis 1000 Drogentote pro Jahr in Deutschland. Dem stehen 75.000 Tote infolge übermäßigen Alkoholkonsums und 40.000 Tote durch Medikamentenmissbrauch gegenüber. Und bei diesen beiden Suchtmitteln seien die meisten Abhängigen bereits über 60 Jahre alt.

Vor der Aufführung (von links): André Hümbs, Sandra Piehl, Kristin Preuß und AEG-Schulleiter Steffen Jelitto. Foto: RP/Mike Michel
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Kristin Preuß vom Kinderschutzbund begründete, warum auch ihre Organisation die „Hackedicht-Tour“ der Knappschaft-Krankenkasse unterstützt: „Die Jugendlichen müssen lernen, auch mal Nein zu sagen.“ Das gelte für alle Lebensbereich, nicht nur bei Drogen oder Alkohol. Das Nein-Sagen gerade bei gruppendynamischen Prozessen bei Jugenlichen-Clliquen ist dabei sicher ein Schlüssel. Eisi Gulp appellierte an die Jugendlichen: „Ihr müsst Euch entscheiden – ihr habt es selbst in der Hand!“

„Wenn wir dafür bei den Jugendlichen das Bewusstsein wecken können, haben wir schon viel erreicht“, meinte Sandra Piehl von der Knappschaft.Die Krankenkasse ist mit dieser Schulaktion bereits seit acht Jahren unterwegs.

(mtm)
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