Duisburg: Guter Start der Philharmonischen Konzerte

Philharmonisches Konzert : Guter Start in die Konzertsaison

Sowohl Tanja Tetzlaff als kurzfristig eingesprungene Solistin als auch Dirigent Jan Willem de Vriend konnten überzeugen. Eine Zugabe war „den Bäumen unserer Erde“ gewidmet.

Das war ein guter Start in die neue Saison 2018/2019 der Philharmonischen Konzerte in der Philharmonie Mercatorhalle. Dabei waren die Vorzeichen zunächst schlecht, da die niederländische Cellistin Harriet Krijgh wegen einer Erkrankung ihr Duisburger Gastspiel absagen musste. Die souveräne Solistin im Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 33 (1872) von Camille Saint-Saëns war die kurzfristig eingesprungene Tanja Tetzlaff, die eben dieses Werk auch schon vor 17 Jahren in einem Duisburger Philharmonischen Konzert gespielt hatte (die RP berichtete). Ihrem Guadagnini-Cello von 1776 entlockt sie nach wie vor wahre Zaubertöne, vor allem in den besonders sonoren und warm klingenden tiefen Lagen. Sie traf hier sehr gut die Gratwanderung, die für die Aufführung dieses Cellokonzerts notwendig ist: Frei fliegend und doch an den entsprechenden Stellen fest im Tempo, jederzeit klug abgestimmt mit dem Dirigenten und somit dem Orchester. Ihre besonders liebevoll gespielte Zugabe, die Sarabande aus der Solosuite Nr. 3 C-Dur BWV 1009 von Johann Sebastian Bach, widmete Tanja Tetzlaff ausdrücklich „den Bäumen unserer Erde“.

Mit Spannung erwartet wurde der Gastdirigent Jan Willem de Vriend. Nicht nur, weil der Niederländer hier vor acht Jahren sensationell debütiert hatte, sondern auch weil er jetzt der siebte und zusätzliche Kandidat als neuer Duisburger Generalmusikdirektor war. Er rahmte das Cellokonzert mit zwei Sinfonien in D-Dur, nämlich der Nr. 35 KV 385 „Haffner“ (1782) von Wolfgang Amadeus Mozart und jener Nr. 1 D 82 (1813), in welcher der 16 Jahre junge Franz Schubert aus seinen Vorbildern Mozart (gerade der „Haffner“-Sinfonie) sowie Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven etwas schon recht Eigenes schmiedete.

De Vriend brachte das mit knackigem Schwung herüber, insgesamt sehr stilsicher, abgesehen von je einem Mätzchen in den jeweiligen Menuetten der beiden Sinfonien. Er vermittelte seine Absichten gut an die Duisburger Philharmoniker, und das obwohl (oder vielleicht gerade weil) er ohne Taktstock dirigierte. Das Orchester spielte vor allem bei Schubert sehr genau, kraftvoll und zugleich differenziert.

Moderner wird es im nächsten, zweiten Philharmonischen Konzert am 17. und 18. Oktober, jeweils um 20 Uhr. Das altersmilde Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 von Béla Bartók sieht als Solisten den nicht nur in Duisburg bereits bestens bekannten Denys Proshayev. Der Gastdirigent Peter Hirsch ist ein Spezialist für die Musik des vor 100 Jahren geborenen Bernd Alois Zimmermann – auf dem Programm stehen dessen frühe, ausdrucksstarke erste Sinfonie in einem Satz (in der Urfassung) und seine übermütige Collage „Musique pour les soupers du Roi Ubu“, außerdem von Richard Strauss die gleichfalls recht kecke Tondichtung „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ op. 28. Karten gibt es am einfachsten im Internet unter karten@theater-duisburg.de.