Duisburg: Gudrun Sommer und Christian Koch zwei Filmfestivals

Vorstellung im Kulturausschuss : Doppelspitze leitet zwei Filmfestivals

Am Donnerstagnachmittag stellten sich Gudrun Sommer und Christian Koch als neues Leitungsduo für die Filmwoche und das doxs!-Festival im Kulturausschuss vor. Die beiden trafen auf viel Sympathie.

Lang hat die Suche nach einem Nachfolger von Werner Ruzicka, der von 1985 bis 2018 die Duisburger Filmwoche geleitet hatte und im vergangenen Jahr in den Ruhestand ging, gedauert. Erst Ende März wurde endlich bekannt gegeben, wer nun das traditionsreiche Duisburger Dokumentarfilm-Festival leiten soll. Wie berichtet sind Gudrun Sommer und Christian Koch mit der gemeinsamen Leitung der Duisburger Filmwoche und des doxs!-Festivals (Dokumentarfilme für Kinder und Jugendliche) betraut worden. Die Festivals finden in diesem Jahr vom 4. bis 10. November statt. Am Donnerstagnachmittag stellten sich Gudrun Sommer und Christian Koch nun im Kulturausschuss der Stadt Duisburg vor. Dort trafen sie bei den Kommunalpolitikern auf viel Sympathie.

Kulturdezernent Thomas Krützberg würdigte im Ausschuss nochmals die Leistung von Werner Ruzicka, der maßgeblich zum hohen Ansehen der Filmwoche beigetragen habe. Und er erklärte auch, weshalb es so lang gedauert hat, die Nachfolge Ruzickas zu klären. Man habe lange gebraucht, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Das habe Zeit gekostet. Dafür habe er erreichen können, eine finanzielle Absicherung von vier festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusätzlich zum Leitungsteam zu installieren. Bislang gab es nur befristete Honorarverträge. Auf Wunsch von Gudrun Sommer und Christian Koch sind die Verträge für die beiden Leitungspositionen zunächst auf zwei Jahre befristet worden. Das muss, wie die RP erfahren hat, kein schlechtes Zeichen sein. Vielleicht können die Rahmenbedingungen für die Filmwoche und das „doxs!-Festival in zwei Jahren noch weiter verbessert werden. Die Verbindung von Filmwoche und Volkshochschule soll vorerst bestehen bleiben.

Dass Gudrun Sommer (Jahrgang 1973) mit der Leitung der Filmwoche betraut würde, konnte erwartet werden. Die studierte Filmwissenschaftlerin gehörte bereits seit 1997 zum engsten Team der Filmwoche; vor allem hat sie das Jugenddokumentarfilmfestival „doxs!“ 2002 als Pendant zur Filmwoche gegründet und dieses Festival international bekannt gemacht.

Christian Koch muss man hier noch vorstellen. Er wurde 1971 in Bochum geboren und ist studierter Germanist und Historiker. Er arbeitet seit Jahren in verschiedenen Leitungsfunktionen in Kultur- und Theaterinstitutionen, etwa für den Württembergischen Kunstverein Stuttgart, PACT Zollverein Essen oder das Tanztheater Wuppertal. Zuletzt leitete Koch für die Stadt Wuppertal das Projektbüro für das dort geplante Pina Bausch Zentrum. Er arbeitete als Produzent, Kurator, und Dramaturg in Medienkunst- und Theaterprojekten. Er ist Lehrbeauftragter für Kulturmanagement an der Folkwang-Uni und der Universität Witten/Herdecke. Im Kulturausschuss berichtet er davon, dass er schon vor Jahren Duisburg-Erfahrungen sammeln konnte, unter anderem als Mitarbeiter im Duisburger Gert-Wohlfahrt-Verlag.

Gudrun Sommer und Christian Koch werden gemeinsam sowohl die Filmwoche als auch doxs! gestalten. Gudrun Sommer wird dabei ihren Schwerpunkt auf den filmischen Bereich legen, Koch auf den geschäftlich-organisatorischen Part, wobei beide Bereiche miteinander verzahnt sein sollen. Sowohl Gudrun Sommer als auch Christian Koch sagten, dass sie die international geprägten Festivals noch stärker als bislang mit der Duisburger Stadtgesellschaft in Kontakt bringen möchten. Vor allen Dingen soll die Filmwoche über den engen Festivalzeitraum im November hinaus im Bewusst der Duisburger präsent sein. So könnten beispielsweise herausragende Dokumentarfilme, die ein großes Publikum fesseln, im Jahresprogramm des Filmforums oder auch in einem der Duisburger Museen gezeigt werden.

Nicht zuletzt suchen die beiden auch den Kontakt zu Duisburger Geschäftsleuten. Schließlich können die ein Interesse an internationaler Kundschaft haben.

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