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Duisburg: Grobwalzwerk in Hüttenheim steht vor dem Aus

Einigung bei ThyssenKrupp : Grobwalzwerk in Hüttenheim vor dem Aus

Das endgültige Aus für das Grobwalzwerk in Hüttenheim scheint besiegelt: In der Nacht verständigte sich der Konzern mit der IG Metall und dem Betriebsrat über den Abbau von 3000 Stellen im Stahlbereich. In Hüttenheim sind 800 Beschäftigte betroffen.

Nach mehrstündigen Verhandlungen bis in die Nacht stand am Ende das Ergebnis fest:Thyssenkrupp hat sich mit der IG Metall über den Abbau von 3000 Stellen in seinem Stahlbereich geeinigt. Einer neuer Tarifvertrag sieht dabei vor, dass betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen. Die Beschäftigungssicherung gilt bis zum 31. März 2026, wie Thyssenkrupp am Mittwoch mitteilte. Vom Stellenabbau sind 2000 Mitarbeiter in der Produktion und 1000 in der Verwaltung betroffen. Das Unternehmen hatte im Stahlbereich Ende vergangenen Jahres rund 28. 000 Mitarbeiter.

In Duisburg will Thyssenkrupp die Grobblechproduktion mit etwa 800 Mitarbeitern aufgeben. Für das Grobwalzwerk in Hüttenheim gibt es danach nur eine Zukunft, wenn bis Ende 2021 ein Käufer für das Werk gefunden wird. Das gilt aus Sicht von Experten aber eher als unwahrscheinlich.

In einem ersten Schritt ist ein Abbau von bis zu 2000 Stellen in den nächsten drei Jahren vorgesehen. Weitere etwa 1000 Stellen sollen bis 2026 wegfallen. Duisburg soll als wichtigster Stahlstandort von Thyssenkrupp gestärkt werden. Davon sollen vor allem die Werke im Duisburger Norden profitieren, wo rund 12.000 Menschen beschäftigt sind. Der Konzern sagte Investitionen in dreistellige Millionenhöhe zu und kam damit den Forderungen des Betriebsrats entgegen.

Im Gegenzug will das Unternehmen Anlagen an anderen Standorten schließen. Unter anderem sollen bis 2026 in Bochum 1000 Arbeitsplätze wegfallen..

Die Arbeitnehmervertreter zeigten sich mit der Vereinbarung zufrieden. Der Tarifvertrag schaffe „in sehr schwierigen Zeiten Sicherheiten für die Beschäftigten“, sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Thyssenkrupp Steel Europe, Tekin Nasikkol. Der NRW-Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler, sagte, der chronisch unterinvestierte Stahlbereich bekomme „endlich die Gelder, die benötigt werden, um die Kundenanforderungen bedienen zu können“.

Der Stellenabbau ist nach Darstellung des Unternehmens die Voraussetzung für umfangreiche Investitionen in den Stahlbereich. Die neue Strategie sehe einen zusätzlichen Investitionsrahmen von insgesamt etwa 800 Millionen Euro über sechs Jahre vor. Hinzu kämen die bereits in der Planung enthaltenen jährlichen Investitionen von rund 570 Millionen Euro.

Die Vereinbarung mit der Gewerkschaft enthält zudem ein Sofortpaket zur Corona-Krise. Unter anderem ist die Aufstockung das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent vorgesehen. Zudem soll eine tariflich vereinbarte Sonderzahlung in freie Tage umgewandelt werden. „Wir werden an vielen Standorten in den nächsten Wochen in Kurzarbeit gehen müssen“, sagte Personalvorstand Oliver Burkhard. Das betreffe zunächst die produktionsnahen Bereiche, aber auch die Verwaltung.

(mtm/mit dpa)