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Duisburg: Gestohlener Affe wieder da - Kritik an Verkauf

Gestohlenes Tier aus Duisburger Zoohandel : Kein Affe ohne Fachprüfung

In Duisburg hat ein gestohlener Affe für einen großen Polizeieinsatz gesorgt.

Das hatten sich die vier jungen Männer wohl anders vorgestellt. Anfang der Woche haben sie in einem großen Zoohandel in Neumühl Weißbüschelaffe Jimmie gestohlen und versucht, ihn auf der Straße zu verkaufen – laut Polizei für 200 Euro. Im Geschäft hätte er 999 Euro gekostet. Aus dem schnellen Geld ist aber nichts geworden: Der Affe hatte einem der Diebe schon im Geschäft den Finger blutig gebissen, der große Polizeieinsatz im Anschluss hat die Truppe wohl nervös gemacht. An einer Bushaltestelle sollen sie einem Mann den Karton mit dem Affen in die Hand gedrückt haben, als der ältere Herr gerade die Polizei anrufen wollte. Dann sind sie geflüchtet. Die Polizei hat Jimmie zurück zu dem Betreiber des Zoohandels gebracht. Allerdings muss er sich nun Fragen gefallen lassen, warum er überhaupt solche Tiere verkauft.

Gestohlener Affe aus Duisburger Zoohandlung wieder da

Das Zoogeschäft stand bereits öfter in der Kritik, weil es viele ungewöhnliche Tiere anbietet – nicht nur Kaninchen, Hamster und Fische. Stattdessen gibt es bei Norbert Zajac in Neumühl kleine Krokodile, Faultiere und eben auch Affen zu kaufen. Doch Zajac relativiert: „Es ist nicht so einfach, wie es zunächst den Eindruck macht“, sagt er. „Ja, da steht ein Preisschild dran. Aber man kann nicht einfach ins Geschäft kommen und einen Affen kaufen.“ Man müsse erst zu dem zuständigen Veterinäramt und sagen, dass man Affen halten möchte, erklärt Zajac. Dort müsse man Zertifikate erwerben. „Die schicken einen zum Beispiel zum Probearbeiten ins Affengehege in einen Zoo. Es gibt eine Fragestunde, in der man fachlich geprüft wird, ob man geeignet ist. Man muss ein Gehege anmelden.“ Der Amtstierarzt schaue sich vor Haltung an, ob das Gehege artgerecht sei. Erst wenn man diese Genehmigungen habe, könne man bei Zajac einen Affen kaufen. „Wenn jetzt jemand vorhat, Affen zu halten, muss er sich etwa ein Jahr Zeit nehmen und viel Geduld mitbringen. Dann kann man vielleicht Affenbesitzer werden, aber es ist nicht ganz einfach.“ Ein Gehege brauche viel Platz.

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 Zajac: „Man sollte wissen, dass alle Affenarten ihr Revier markieren. Dafür urinieren und koten sie sich in die Hände und Füße und laufen ihr Revier damit ab. Das ist nicht jedermanns Geschmack.“Nach Einschätzung von Experten brauchen Affen eine große Voliere, viele Möglichkeiten zum Klettern und Artgenossen. Die Haltung ist aufwendig, zeitintensiv und teuer. Und sie erfordert viel Fachwissen, um die Äffchen gesund zu halten. Ob man überhaupt Affen in einem Privathaushalt halten sollte, ist umstritten.

Tierschützer kritisieren immer wieder, dass viele Halter mit exotischen Tierarten überfordert sind und die Ansprüche der Tiere nicht erfüllen können.