Duisburg: Gehörlose Mutter (39) lernt Deutsch und bekommt einen Job

Deutschkursus mit Gebärdensprache : Gehörlose Mutter lernt Deutsch und bekommt Job

Eine 39-jährige Russin konnte trotz ihres Handicaps in den Arbeitsmarkt integriert werden, nachdem sie ein Praktikum absolvierte.

Nach der Einreise aus Russland absolvierte Frau K. erstmal einen Deutschkursus – aufgrund ihrer Gehörlosigkeit in Gebärdensprache. „Es gibt spezielle Bildungszentren für Gehörgeschädigte, an denen die Gebärdensprache in Deutsch gelehrt wird“, erläutert der Reha-Spezialist Michael Maas des jobcenter Duisburg. „Die Gebärdensprache ist nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, international. Es gibt sogar regionale Unterschiede.“ Die Mutter zweier Kinder beendete diese Integrationskurse erfolgreich. Die Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle begann.

Sie absolvierte ein kurzes Praktikum beim IKKE gGmbH Informationszentrum für Kälte-, Klima- und Energietechnik in Rheinhausen. Dort war man mit ihrer Arbeit zufrieden und vereinbarte eine anschließende Probebeschäftigung. „Dies Instrument ist speziell für die Integration in Arbeit von behinderten Menschen“, erklärt Michael Maas. „Der Arbeitnehmer bezieht in dieser Zeit ein reguläres Gehalt. Der Vorteil liegt für den Arbeitgeber darin, dass ihm seine gesamten Ausgaben – das heißt das gezahlte Gehalt und die kompletten Ausgaben zur Sozialversicherung – nach Abschluss der Probebeschäftigung vom Jobcenter erstattet werden, er tritt nur in Vorleistung.“ Der Geschäftsführer von IKKE, Karsten Beermann, nennt weitere Vorteile einer Probebeschäftigung. „Natürlich ist es wesentlich, dass der behinderte Mensch die Aufgaben bewältigen kann, genauso wichtig ist es uns aber auch, dass er ins Team passt. Dies können Arbeitgeber und Arbeitnehmer ohne Nachteile während einer Probebeschäftigung testen.“ Falls weiterer Einarbeitungsbedarf besteht, kann der Arbeitgeber im Anschluss zusätzlich einen Eingliederungszuschuss vom Jobcenter bekommen. Außerdem können Zuschüsse zur behindertengerechten Ausgestaltung des Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes gezahlt werden. Im Fall von Frau K. lief alles wunschgemäß: Nach der dreimonatigen Probebeschäftigung wurde die 39-Jährige unbefristet bei IKKE als Reinigungskraft eingestellt.

(RP)
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