Duisburg: Fledermaus feiert Premiere

Fledermaus hat im Duisburger Theater Premiere : Zeitlose „Champagner-Oper“

Der Spielplan im Dezember wird durch die Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß (Sohn) bestimmt. Für die Premiere am Samstag gibt es noch einige Karten. Axel Köhler inszeniert, Dirigent ist Benjamin Reiners.

Am Samstag, 8. Dezember, um 19.30 Uhr, bringt die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg in ihrem Duisburger Haus ihre neue Produktion der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß (Sohn) heraus. Das 1874 im Theater an der Wien uraufgeführte Stück gilt als das Glanzstück der Operette. Das hat vielfältige Gründe: der Reichtum an musikalischen Einfällen, der unnachahmliche Wiener Schmäh, eine lustvolle Lebenswelt, wo der Champagner regiert, und eine Intrige, die sich nahtlos einpasst in nicht ganz saubere, aber letztlich geordnete bürgerliche Verhältnisse. Kurz zur Handlung: Der ehrenwerte Herr von Eisenstein (Norbert Ernst) muss für acht Tage wegen ungentlemenhaften Betragens ins Gefängnis und lässt es vorab noch einmal so richtig krachen. Seine Frau Rosalinde (Anke Krabbe) heuchelt Untröstlichkeit und hat dabei schon einen Seitensprung im Visier.

Alfred, der vermeintliche Hausfreund des Paares (Ovidiu Purcel), will sich für eine vergangene Schmähung rächen. Deshalb fädelt er eine Intrige ein, die auf dem Fest des Prinzen Orlofsky (Kimberley Boettger-Soller) orgiastisch kulminiert und hinter den Mauern des städtischen Gefängnisses gesittet endet.

Das Libretto ist von Richard Genée – auch Teile der Musik, vor allem im letzten der drei Akte, wo der Walzerkönig mehr oder weniger die Lust an der musikdramatischen Aufgabe verloren hatte. Es kann auch schon verraten werden, dass die Rheinoper als Umbaumusik zwischen den ersten beiden Akten zwei beliebte Orchesterstücke von Strauß eingelegt hat, nämlich die „Annen-Polka“ und die Polka schnell „Unter Donner und Blitz“. Axel Köhler, der auf viele erfolgreiche Jahre als Sänger (Altus) zurückblicken kann – den Orlofsky hat er selbst in zehn verschiedenen Inszenierungen gesungen -, ist seit dem Jahr 2000 auch ein gefragter Theater-Regisseur. Dass er und sein Ausstatter Frank Philipp Schlößmann dabei auch ein Händchen für die leicht zu genießende, aber schwer zu inszenierende Operette haben, bewiesen sie erst 2017 bei den Seefestfestspielen Mörbisch mit ihrer Aufbereitung von Carl Zellers „Der Vogelhändler“, die mit dem „Operettenfrosch“ des Bayerischen Rundfunks ausgezeichnet wurde.

Im Vorfeld erklärte Köhler jetzt, die Duisburger „Fledermaus“ werde zeitlos kabarettistisch, sie spiele „in einer Stadt, die nicht das Wien von damals ist, aber das Duisburg von heute sein könnte“. Der Text wurde behutsam aktualisiert, vor allem die Kommunikationsmittel – statt Briefen und Depeschen gibt es hier nun Handys und SMS. Schlößmann kommentierte sein opulentes Bühnen- und Kostümbild mit dem alten Theaterspruch „Setz‘ mich in Erstaunen!“ und fügte hinzu: „Mit zunehmendem ,Alter‘ möchte ich nicht mehr mich auf der Bühne sehen, sondern das Stück.“ Es gibt hier darin auch kuriose Requisiten wie einen Staubsauger und einen Kaktus.

Es dirigiert der 1983 in Duisburg-Hamborn geborene Benjamin Reiners, derzeit stellvertretender Generalmusikdirektor und Erster Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim, ab der Saison 2018/19 GMD der Landeshauptstadt Kiel. Er sieht seine „Fledermaus“ nicht weichgespült, sondern farbenreich und auch mal bissig.

Es gibt noch Karten für die Premiere, am einfachsten im Internet unter karten@theater-duisburg.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0203/ 28362100. Weitere Vorstellungen im Duisburger Stadttheater sind am 13., 15., 20., 23., 25., 29. Dezember und an Silvester, 31. Dezember. Infos auch unter www.theater-duisburg.de

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