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Duisburg: Fitness-Urgestein Hermann Filor hat einen Nachfolger gefunden

Kult-Studio in Rumeln-Kaldenhausen : „Fitness-Urgestein“ Filor hat einen Nachfolger gefunden

Bereits zum 1. April hatte Klaus Hartmann (50) das Fitness-Studio Filor von „Urgestein“ Hermann Filor (71) übernommen. Am Freitag kann er nun endlich wieder öffnen.

Vor Nachfragen konnten sich Klaus Hartmann in den vergangenen Tagen und Wochen kaum retten. „Wann könnt ihr denn endlich wieder öffnen?“, wurde er stets gefragt. „Lange wusste ich das ja auch nicht. Aber jetzt am Freitag ist es endlich soweit“, erklärt der 50-Jährige. Nicht nur er, auch die große Gemeinde von rund 200 Fitness-Jüngern aus Rumeln-Kaldenhausen freut sich nach siebenmonatiger Fitness-Abstinenz darauf.

Rückblende: Hermann Filor erinnert sich genau. „Ich musste ein Schild aufhängen, dass aufgrund der Corona-Schutzverordnung das Studio ab dem 2. November geschlossen ist.“ Dann folgte ein Lockdown auf den nächsten, ein Ende war zunächst nicht abzusehen. Für den 71-Jährigen war es schließlich der richtige Zeitpunkt, die Studioleitung in jüngere Hände zu geben. Klaus Hartmann ist langjähriger Kunde und war von Filor einmal gebeten worden, für zwei Stunden den Thekendienst zu übernehmen. Hartmann machte das gerne, half öfter aus – und ist jetzt selbst der Chef.

Lag früher der Trend mehr beim „Bodybuildung“ – Filor selbst war 1973 „Mr. Krefeld“ – ist die Palette heute deutlich breiter. Natürlich spielen Muskelaufbau, Körperstyling oder Krafttraining nach wie vor eine entscheidende Rolle, aber gesundheitliche Aspekte treten immer mehr in den Vordergrund. Wer abnehmen möchte, seinen lädierten Rücken stärken will oder auch Kardioübungen absolvierten möchte, wird hier fündig. Deshalb ist die Kundschaft auch bunt gemischt: Vom über 80-jährigen Rentner bis zum Jugendlichen. Die Senioren kommen häufig vormittags, Berufstätige nach Feierabend. Dank der langjährigen Kooperation mit dem Albert-Einstein-Gymnasium in der Nachbarschaft, wodurch immer wieder mal Sportkurse vorbeischauen, bleibt häufig auch der eine oder andere Nachwuchsathlet „hängen“ und kommt auch außerhalb des Sportunterrichts.

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So gesehen kann Hartmann auf Bewährtes zurückgreifen. Dennoch hat er die Zeit der erzwungenen Schließung dazu genutzt, das Fitness-Studio zu sanieren. Der Sanitärbereich wurde erneuert, Geräteflächen neu bezogen, die Wände mit modernen Graffiti verschönert. Dass die Inzidenz jetzt auf einmal so schnell absackte, hat Hartmann positiv überrascht: „Jetzt sind die Handwerker bei Duschen und Toiletten noch nicht ganz fertig geworden.“ Einer Öffnung am Freitag steht aber nichts mehr entgegen.

Die Handwerker sind vom Vermieter, dem Bauverein Rheinhausen. Und die haben zum Beispiel die einzelnen Duschen mit Mauern abgetrennt, was zu Pandemiezeiten von großem Vorteil ist. Ansonsten steht Hartmann in ständigem Kontakt mit dem Ordnungsamt und weiß genau, welche Regeln einzuhalten sind. Das reicht vom Händedesinzifizieren über den Negativtest bis hin zur Eintragung in Listen zur Kontaktverfolgung. Die Maske braucht bei der „Arbeit“ an den Geräten nicht getragen werden, wohl aber auf den Wegen zwischen einzelnen Stationen. Insbesondere in den Umkleiden und im Sanitärbereich muss auf Abstand geachtet werden. „Das ist aber kein Problem. Die Kunden kennen die Regeln und haben ja selbst ein Interesse daran, dass alles richtig vonstatten geht“, sagt Hartmann.

Nach sieben Monaten Pause gilt es nun, behutsam wieder einzusteigen. „Man fängt nicht wieder bei Null an, muss aber erst einmal langsam starten“, rät Hermann Filor.