Duisburg: Erste Wasserstofftankstelle eröffnet von Armin Laschet eröffnet

Neue Technologie : Erste Wasserstofftankstelle eröffnet

Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Wasserstofftechnik. Zunächst wurde die erste Wasserstofftankstelle der Stadt eröffnet, später wurde Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) das neue H2-Testfeld an der Uni vorgestellt.

Duisburg nimmt Kurs auf eine zumindest etwas klimaneutralere Zukunft. Total Deutschland und das Gemeinschaftsunternehmen „H2 Mobility“ haben auf dem Autohof Am Schlütershof am Dienstagmittag Duisburgs erste Wasserstofftankstelle in Betrieb genommen – aus unternehmerischer Sicht eigentlich ein irrsinniges Unterfangen, wenn man sich die Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes ansieht. Demnach kommen auf eine der derzeit nur rund 70 Wasserstoffzapfsäulen in Deutschland gerade einmal 5,5 Fahrzeuge. Dabei wären laut Expertenschätzungen mindestens 1000 nötig, um das Angebot für den Endverbraucher attraktiver zu machen.

Dennoch ist Burkhard Reuss von der Technologie überzeugt: „Die Brennstoffzelle kann die Automobilität in Deutschland auf lange Sicht grundlegend verändern“, sagte Kommunikations-Direktor von Total Deutschland gegenüber unserer Redaktion. „Die Automobilhersteller schaffen zunehmend Angebote im Wasserstoffbereich.“ Schon jetzt könne man mit wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen bei kurzen Betankungszeiten bis zu 600 Kilometer Strecke pro Tankfüllung schaffen. „Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können. Wenn nun noch die Verfahren zur Wasserstoffgewinnung verbessert würden – zum Beispiel durch Elektrolyse bei Wind und Sonnenenergie – dann haben wir eine nachhaltige Verbrennungslösung.“ Es sei zuversichtlich, dass sich in den kommenden zehn Jahren in dieser Hinsicht viel tun werde.

Unterstützung bekommen die großen Tankstellenkonzerne und Technologieanbieter wie „H2 Mobility“ vom Land NRW. Bei einem vergleichbaren Termin vor rund einer Woche in Düsseldorf verdeutlichte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP), dass sein Ministerium an Konzepten arbeite, um den Wasserstoffantrieb voranzubringen. Und gestern kam dann Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an die Duisburger Uni, um sich die Vorstellung des neuen Wasserstoff-Testfeldes am Zentrum für Brennstoffzellentechnik (ZBT) anzusehen und um sich über den aktuellen Forschungsstand ins Bild setzen zu lassen. Mit Fördermitteln der EU, des Bundes und des Landes NRW werden in der neuen Anlage des ZBT in verschiedenen Projekten Elektrolysesysteme, Wasserstoffspeicherung, -verteilung, -abgabe sowie ein Labor zur Wasserstoffqualitätsanalytik getestet.

Armin Laschet lobte die Arbeit der Duisburger Forscher als herausragende Beiträge sowohl zur Verkehrs- als auch zur Energiewende. „Hier wird mit der Elektrolyse an der Lösung der Speicherfrage für erneuerbare Energien gearbeitet“, sagte der Ministerpräsident.

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